Wow!!!

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katrriin Avatar

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„Sie sind ja so lebendig. Sie sind ja so glücklich. Vielleicht hätte ich auch eine von ihnen sein können, wenn die Dinge nicht so gekommen wären, wie sie gekommen sind.“ (S.20)

"Kaskaden" von Louise K. Böhm hat mich eiskalt erwischt. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Buch mich so umhauen und zu einem neuen Highlight für mich werden würde!

Der Roman handelt von Jojo, die es aus ihrer Vorstadt heraus an die Uni geschafft hat, um Naturwissenschaft zu studieren. Ihre Tage verbringt sie am liebsten im Labor und hält dabei alle um sich auf Abstand: ihre Mitstudierenden, mit denen sie sowieso nichts anfangen kann, aber auch ihre Mitbewohnerin Melle, die ihr trotzdem versucht eine gute Freundin zu sein und eigentlich auch Jakob, Jojos neuer Tutor, von dem sie sich aber auch nicht ganz lossagen kann. Denn was Jojo nicht in ihrer Vorstadt zurückgelassen hat, sind ihre Verlustängste, ausgelöst von ihren Gedanken, die nur um eins kreisen: ihre ehemalige beste Freundin Yara, mit der die Grenzen zwischen Freundschaft und Beziehung in ihrer gemeinsam verbrachten Jugend immer wieder zu verrutschen drohten, bis Yara plötzlich den Kontakt zu ihr abbrach.

"Kaskaden“ hat mich nicht nur mitfühlen lassen mit Jojo, in vielem habe ich mich auch selbst wiedergefunden und verstanden gefühlt. Auch wenn das Buch nicht mein erster (coming of age?) Roman war, der von einer Protagonistin handelt, die sich nirgendwo wirklich zugehörig fühlt, die sich selbst irgendwie finden muss und gleichzeitig permanente (Geld-)Sorgen hat, war „Kaskaden“ für mich ganz besonders. Vielleicht lag es an der Sprache und dem Schreibstil, durch den sich die Geschichte nicht nur flüssig lesen hat, sondern auch direkt in mein Herz getroffen hat. Vielleicht lag es auch an den popkulturellen Bezügen, die genau meiner bubble als Teenager und Erstsemester entsprachen.

Jedenfalls hat mich dieses Buch mitgerissen, emotional aufgewühlt, wütend, glücklich, traurig gemacht – und das ist so ungefähr alles, was ich mir von einem guten Buch wünsche. Ich kann "Kaskaden" allen empfehlen, die jemanden vermissen, die nicht loslassen können oder die einfach viel und tief fühlen - ihr werdet nicht enttäuscht werden.