Zwischen Eifersucht und Eigenständigkeit

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
boardgiulie Avatar

Von

Schon auf den ersten Seiten entsteht eine ruhige, fast nachdenkliche Atmosphäre. Der Spaziergang mit der Katze wirkt vertraut, eingespielt – und doch schwingt von Anfang an etwas mit: „Aber ich bestimme, wohin wir gehen.“ Dieser Satz setzt einen spannenden Ton.

Als die Katze plötzlich eine andere Katze entdeckt und lieber mit ihr spielt, kippt die Stimmung ganz leise. Besonders stark fand ich die Szene, in der das Kind auf der Bank sitzt und zuschaut, während die beiden Katzen ausgelassen miteinander spielen. Ohne viele Worte entsteht ein Gefühl von Ausgeschlossensein, vielleicht auch Eifersucht.

Das Stampfen, das „Hört auf damit!“ – das fühlt sich ehrlich an, fast roh. Und dann dieser entscheidende Moment: Die Katze fragt, warum immer nur das Kind bestimmen darf. Das ist ein überraschender, kraftvoller Wendepunkt. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Eifersucht, sondern um Gleichberechtigung und Beziehung.

Mein Eindruck: Sehr reduziert erzählt, aber emotional dicht. Die Bilder tragen enorm viel – viel Raum, viel Blickkontakt, viel unausgesprochenes Gefühl. Das ist kein lautes Bilderbuch, sondern eines, das man langsam betrachtet und gemeinsam entdeckt. Ich bin neugierig, wie sich diese Beziehung weiterentwickelt.