Ein ungewohnter Harry Hole

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pajo47 Avatar

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Eine Reihe bizarrer Morde bildet den Auftakt zu diesem neuen Fall für Harry Hole. Zunächst scheint es keinen Zusammenhang zwischen den Opfern zu geben. Doch nach und nach zeigt sich, dass die Fälle eine besondere Dimension haben und Harrys Erfahrung als Experte für Serientäter gefragt ist. Irgendwie führen die Spuren auch ins Filmmilieu, sodass ein großer Teil der Handlung in Filmstudios spielt. Dieses ungewöhnliche Umfeld verleiht dem Krimi eine besondere Atmosphäre.

Im mittlerweile 14. Harry-Hole-Roman zeigt Jo Nesbø seinen Ermittler von einer etwas anderen Seite. Harry arbeitet inzwischen nicht mehr bei der Polizei, sondern als Versicherungsermittler. Wegen der ungewöhnlichen Mordfälle wird er jedoch wieder hinzugezogen.

Gleich zu Beginn gibt es einen Schreckmoment, als Harry auf der Kante eines Gebäudes steht. Keine Sorge, er springt nicht. Das kann ich verraten, ohne wirklich etwas vorwegzunehmen, denn die Szene spielt sich direkt am Anfang ab.

Überhaupt wirkt Harry in diesem Roman feinfühliger und emotionaler als gewohnt. Das zeigt sich auch in seinem zwar weiterhin problembehafteten, aber zugleich gefühlvolleren Verhältnis zu seinem Stiefsohn. Diese neue Seite macht die Figur noch interessanter, ohne dass Harry seinen typischen Charakter verliert.

Spannung ist natürlich auch diesmal garantiert. Immer wieder wird man bei der Suche nach dem Serientäter auf eine falsche Fährte gelockt und muss seine bisherigen Vermutungen überdenken. Jo Nesbø versteht es, die Zusammenhänge geschickt zu verschleiern und die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.

Ein spannender Harry-Hole-Krimi mit bizarren Mordfällen, einem ungewöhnlichen Schauplatz im Filmmilieu, überraschenden Wendungen und einem Ermittler, der neue emotionale Facetten zeigt. Für mich eine gelungene Fortsetzung der Reihe, die nicht nur durch den Kriminalfall, sondern auch durch die Weiterentwicklung Harry Holes überzeugt.