Der Ratgeber hat mich überzeugt, und auch die Suche nach dem Mörder

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biscoteria Avatar

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erienkiller. Sie üben eine Faszination auf uns aus. Von Unglauben, ekel, Bewunderung. Die Gefühlspalette ist hier sehr weit und jeder wird etwas dazu sagen können.

So gibt Denver Brady im Buch von sich an, dass er der erfolgreichste und ungefangene Serienkiller der Geschichte sei. Im Buch „Killing Made Easy“ geht es um den gleichnamigen Ratgeber. Brady behauptet von sich, sehr viele Menschen getötet zu haben und niemand hat ihn bis heute erwischt.

In Kapiteln, die sich zwischen den Ratgeber (den wir lesen wir ein zweites Buch im Buch) und den Kapitel um die Polizistin DI Samantha (Sam) Hansen abwechseln, erfahren wir nach und nach mehr über die Abgründe des Serienkillers und wie die Ermittlungen vorrangehen. Die bis dato sehr erfolgreiche Polizistin hat zum Beginn des Buches eine Auszeit, wegen psychologischer Probleme und kommt dann eines Tages an einem Tatort vorbei. Dort liegt die junge Charlotte. Ermordet und mit dem Buch „Killing Made Easy“ im Arm. Sam kann und will nicht nach Hause gehen und ihrem jetzigen Zustand weiter nachgehen, sie will den Mörder des Mädchens finden.

Zu den Kapiteln des Ratgebers: Wir lesen diese Kapitel, wie, als wäre es ein extra Buch. Beschrieben aus der Sicht von Brady, überheblich zeigt er sich, mit seinen Taten und bis heute nicht erwischt wurden sein. Große Namen wie Jeffrey Dahmer (17 Jungs und Männer) und Theodore Bundy (30 Bekannte Opfer und vermutet über 100), wären Anfänger gewesen und hätten zu viele Fehler gemacht. Interessant war für mich der Vergleich, da ich erst vor kurzem die Serienkillerausstellung bei mir in Köln besucht habe und sich als besser zu behaupten, ist schon heftig. Der Ratgeber geht auf Beziehung zum Opfer ein, Tatort, Tatwaffe etc. Aber wir lesen auch in jedem von einem seiner Morde und wie er zu den Opfern kam. Er ist bemüht von den klassischen Klischees zu befreien und zu zeigen, warum gerade Profiler immens daneben liegen und nicht alle immer aus schlechtem Elternhaus stammen müssen.

Parallel zu diesen Kapiteln lesen wir, wie Sam bemüht ist den Mörder von Charlotte zu finden. Diese wird wegen ihrer längeren Abwesenheit dem Team zugeordnet, welches den Herausgeber des Buches finden soll. Denn ein Buch tötet keine Menschen, höchstens der Autor. Und ist der Autor der Mörder von Charlotte oder ein Nachahmungstäter, vom Buch inspiriert?

Die Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Neben dem Ratgeber, wo mit vielen Details und Recherche gearbeitet wird (Statistiken, zuständige Behörden, Kollegen von anderen Büchern wie McDermid gelobt werden) und dann den detailgetreuen Erzählungen, was seinen Opfern passierte. Es geht nicht zu blutig zu und es ist, hart gesagt, abwechslungsreich. Ein guter Mörder tötete niemals zwei Mal auf dieselbe Art.

Die Kapitel um Sam, sind gegenüber dem kalten und nüchternen Kapiteln des Ratgebers, eher emotional. Man sieht diese taffe Frau, die so viele Fälle gelöst hat. Und nun psychisch angeschlagen wegen Vergehen in Ihrer Dienstzeit, welche ihr angetan wurden. Die verletzt ist und dies sieht man auch in ihrem Alltag, der Wohnung, des Auftretens und Unsicherheiten, die nicht zu ihr passen. Ich empfinde sie als toll beschrieben. Nah und gleichzeitig distanziert, man hat Mitleid und ekelt sich zugleich vor dem, was man liest, wie es gerade am Anfang des Buches um ihr Umfeld steht. Die Entwicklung, welche sie mitmacht, ist wahnsinnig gut zu lesen. Selten habe ich eine so tolle, weibliche Charakterin in Büchern erlebt.

Für mich ist „Killing Made Easy“ eines der Jahreshighlights im Bereich Krimi/Thriller. Es ist innovativ und anders. Es ist unauffällig wegen seines Covers, welches aber super zum Inhalt passt. Ich hoffe das Buch erhält noch einiges an Aufmerksamkeit, denn meine hat die Autorin für sich gewonnen.