Schuld, Vergebung und die ganz große Liebe
Allein das wunderschöne sowie herbstliche Cover des Romans „Kiss me in Orange“ von Alix Bente stimmt auf diesen cozy Wohlfühlroman ein.
Emma und Niclas haben sich vor längerer Zeit in Berlin kennengelernt und sind seit diesem Tag beste Freunde. Als Emma sich in Niclas verliebt, ist ihr bewusst, dass die Gefühle einseitig sind. Oder vielleicht doch nicht? Was in Berlin seinen Anfang nimmt, findet seinen Schauplatz in der gemütlichen Stadt Goldried an der Mosel. Denn dorthin flüchtet Emma mehr oder weniger, als sie ihrer Schwester während deren Schwangerschaft im Café unter die Arme greift. Ihrer Schwester Amara gehört das „Butternut Bean“, welches sich im Ort nicht nur großer Beliebtheit erfreut; beim Lesen bekommt man direkt das Gefühl vermittelt, dass die meisten Bewohner sich hier regelmäßig treffen. Und das nicht nur zum Kaffeetrinken. Auch Veranstaltungen werden hier abgehalten und die Bewohner kommen ins Gespräch.
Als auf einmal Niclas vor ihrer Tür steht und sich entschuldigen möchte, fühlt sich Emma so vor den Kopf gestoßen, dass sie ihn abweist. Aber ein Mann, der liebt, gibt nicht auf.
So lernen wir im Laufe dieser teilweise recht tiefgründigen Geschichte die beiden Protagonisten näher kennen. Erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, sowohl von Emma als auch von Niclas.
Emma ist in Goldried geboren und aufgewachsen. Da sie eine etwas dunklere Hautfarbe und dunkle Locken hat, fühlte sie sich als Kind und junge Erwachsene wie eine Exotin in dem Ort. Als Kind hat sie Verlusterfahrungen gemacht, die sie bis heute prägen, und viele ihrer Grundannahmen sind nicht mehr aktuell.
Niclas ist Doktor und hat nach einem kürzlichen Fauxpas erst einmal Urlaub. Auch er hat seine Erfahrungen aus der Kindheit noch nicht verarbeitet und bringt seine erlernten Verhaltensmuster in die Story ein. Wenn seine Sorgen und Nöte mit denen von Emma zusammentreffen, kommt es zu Missverständnissen, bei denen beide sich in ihren Gedankenschleifen verfangen. Es ist sehr interessant zu erfahren, wie beide auf der einen Seite mit ihren Problemen umgehen und wie auf der anderen Seite neue sowie unbekannte Gedanken- und Verhaltensmuster am Wachsen sind.
Auch die Nebenfiguren werden ihrer Funktion gerecht, denn sie sind ein gut aufeinander eingespieltes Ensemble. Sie drängen sich nie unangenehm in den Vordergrund, sondern bereichern die Liebesgeschichte mit ihrer Wärme, ihrem Humor und ihrer Loyalität. Sie machen die Welt, in der Emma und Niclas sich näherkommen, lebendig und liebenswert.
Die Nebenhandlungen, wie zum Beispiel ein Theaterstück, welches im Herbst aufgeführt wird, oder eine Kürbis-Challenge, bringen Schwung in die Story und sorgen für ein warmes Gefühl und eine leichte Prise Humor. Letzterer entsteht durch einen gewissen Sprachwitz, sympathische Alltagsbeobachtungen und die Dynamik innerhalb der Freundesclique. Der Roman liest sich deshalb trotz des emotionalen Liebeschaos immer leicht, warm und locker.
Die herbstliche Symbolik fängt Emmas Gemütszustand gut ein. Ihre Gefühle, die oftmals Achterbahn fahren, werden auf diese Weise gut kanalisiert. Auf der anderen Seite finden wir die Dinge, die den Herbst so zauberhaft machen, wie z. B. Tee, Decken, warmes Licht und Lichterketten, was insgesamt der Story einen wunderbaren Rahmen verleiht.
Alix Bente versteht es, Spannung aufzubauen. Die Spannungskurve ist jedoch nicht ständig gleichmäßig, sie verläuft eher wellenförmig. Wenn es heiß hergeht, nutzt sie kurze Sätze, laute Ausrufe und getriebene Verben. In den romantischen Szenen sind ihre Sätze stärker gedehnt; sie beschreibt die Körper, die Annäherungen und die optischen Eindrücke – ohne in Spicy-Szenen zu verfallen, sondern um durch atmosphärische Bilder eine Nähe zu den Protagonisten zu erzeugen.
Ihr Schreibstil lässt sich auch als sehr atmosphärisch beschreiben, denn Einrichtungen und Umgebungen werden sehr präzise dargestellt, um sofort Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Auch Gerüche und Empfindungen werden so eingebaut, dass ich mich beim Lesen direkt in die Szene gezogen fühle („Der Wind bringt kalte Herbstluft mit sich“, „Es duftet nach würzigem Tee“). Und auch in den emotionalen Szenen versteht sie es, romantische Momente, die intensiv und prickelnd beschrieben werden, so einzusetzen, dass man beim Lesen fast das Gefühl bekommt, im Kino zu sein. So verwendet sie Sätze wie: „Adrenalin sprudelt durch meine Adern“ oder „Das Dröhnen meines Herzschlags in den Ohren“.
Fazit: Wer gern romantische Geschichten liest, die zur gemütlichen Herbstzeit spielen, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Von mir bekommt „Kiss me in Orange“ eine absolute Leseempfehlung!
Emma und Niclas haben sich vor längerer Zeit in Berlin kennengelernt und sind seit diesem Tag beste Freunde. Als Emma sich in Niclas verliebt, ist ihr bewusst, dass die Gefühle einseitig sind. Oder vielleicht doch nicht? Was in Berlin seinen Anfang nimmt, findet seinen Schauplatz in der gemütlichen Stadt Goldried an der Mosel. Denn dorthin flüchtet Emma mehr oder weniger, als sie ihrer Schwester während deren Schwangerschaft im Café unter die Arme greift. Ihrer Schwester Amara gehört das „Butternut Bean“, welches sich im Ort nicht nur großer Beliebtheit erfreut; beim Lesen bekommt man direkt das Gefühl vermittelt, dass die meisten Bewohner sich hier regelmäßig treffen. Und das nicht nur zum Kaffeetrinken. Auch Veranstaltungen werden hier abgehalten und die Bewohner kommen ins Gespräch.
Als auf einmal Niclas vor ihrer Tür steht und sich entschuldigen möchte, fühlt sich Emma so vor den Kopf gestoßen, dass sie ihn abweist. Aber ein Mann, der liebt, gibt nicht auf.
So lernen wir im Laufe dieser teilweise recht tiefgründigen Geschichte die beiden Protagonisten näher kennen. Erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, sowohl von Emma als auch von Niclas.
Emma ist in Goldried geboren und aufgewachsen. Da sie eine etwas dunklere Hautfarbe und dunkle Locken hat, fühlte sie sich als Kind und junge Erwachsene wie eine Exotin in dem Ort. Als Kind hat sie Verlusterfahrungen gemacht, die sie bis heute prägen, und viele ihrer Grundannahmen sind nicht mehr aktuell.
Niclas ist Doktor und hat nach einem kürzlichen Fauxpas erst einmal Urlaub. Auch er hat seine Erfahrungen aus der Kindheit noch nicht verarbeitet und bringt seine erlernten Verhaltensmuster in die Story ein. Wenn seine Sorgen und Nöte mit denen von Emma zusammentreffen, kommt es zu Missverständnissen, bei denen beide sich in ihren Gedankenschleifen verfangen. Es ist sehr interessant zu erfahren, wie beide auf der einen Seite mit ihren Problemen umgehen und wie auf der anderen Seite neue sowie unbekannte Gedanken- und Verhaltensmuster am Wachsen sind.
Auch die Nebenfiguren werden ihrer Funktion gerecht, denn sie sind ein gut aufeinander eingespieltes Ensemble. Sie drängen sich nie unangenehm in den Vordergrund, sondern bereichern die Liebesgeschichte mit ihrer Wärme, ihrem Humor und ihrer Loyalität. Sie machen die Welt, in der Emma und Niclas sich näherkommen, lebendig und liebenswert.
Die Nebenhandlungen, wie zum Beispiel ein Theaterstück, welches im Herbst aufgeführt wird, oder eine Kürbis-Challenge, bringen Schwung in die Story und sorgen für ein warmes Gefühl und eine leichte Prise Humor. Letzterer entsteht durch einen gewissen Sprachwitz, sympathische Alltagsbeobachtungen und die Dynamik innerhalb der Freundesclique. Der Roman liest sich deshalb trotz des emotionalen Liebeschaos immer leicht, warm und locker.
Die herbstliche Symbolik fängt Emmas Gemütszustand gut ein. Ihre Gefühle, die oftmals Achterbahn fahren, werden auf diese Weise gut kanalisiert. Auf der anderen Seite finden wir die Dinge, die den Herbst so zauberhaft machen, wie z. B. Tee, Decken, warmes Licht und Lichterketten, was insgesamt der Story einen wunderbaren Rahmen verleiht.
Alix Bente versteht es, Spannung aufzubauen. Die Spannungskurve ist jedoch nicht ständig gleichmäßig, sie verläuft eher wellenförmig. Wenn es heiß hergeht, nutzt sie kurze Sätze, laute Ausrufe und getriebene Verben. In den romantischen Szenen sind ihre Sätze stärker gedehnt; sie beschreibt die Körper, die Annäherungen und die optischen Eindrücke – ohne in Spicy-Szenen zu verfallen, sondern um durch atmosphärische Bilder eine Nähe zu den Protagonisten zu erzeugen.
Ihr Schreibstil lässt sich auch als sehr atmosphärisch beschreiben, denn Einrichtungen und Umgebungen werden sehr präzise dargestellt, um sofort Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Auch Gerüche und Empfindungen werden so eingebaut, dass ich mich beim Lesen direkt in die Szene gezogen fühle („Der Wind bringt kalte Herbstluft mit sich“, „Es duftet nach würzigem Tee“). Und auch in den emotionalen Szenen versteht sie es, romantische Momente, die intensiv und prickelnd beschrieben werden, so einzusetzen, dass man beim Lesen fast das Gefühl bekommt, im Kino zu sein. So verwendet sie Sätze wie: „Adrenalin sprudelt durch meine Adern“ oder „Das Dröhnen meines Herzschlags in den Ohren“.
Fazit: Wer gern romantische Geschichten liest, die zur gemütlichen Herbstzeit spielen, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Von mir bekommt „Kiss me in Orange“ eine absolute Leseempfehlung!