Kleopatra erzählt aus ihrem Leben ...
Die junge Autorin Saara El-Arifi nähert der neben Nofretete wohl bekanntesten Herrscherin Ägyptens von einer ungewöhnlichen Seite an. Sie lässt Kleopatra VII. Thea Philopator, wie sie korrekt heißt, selbst erzählen. Dabei schweift sie aus ihrer Gegenwart in die Vergangenheit und die Zukunft ab. Hier liegt Kleopatras Fokus auf der Tatsache, dass Geschichte von Männern gemacht und nur von Männern aufgeschrieben wird/wurde. Frauen haben weder etwas zu sagen, noch sind sie der Erwähnung wert, außer als Sündenbock für allerlei Unwägbarkeiten oder schlechtes Wetter.
Als Beispiel führt sie römische Schriftsteller wie Plutarch und Sueton sowie William Shakespeare an, der wie man weiß mehrere römische Dramen verfasst hat. Natürlich darf hier der Hinweis auf die Schauspielkunst von Liz Taylor und Richard Burton nicht fehlen.
Wir erfahren im lockeren Plauderton einiges aus ihrer Familie, die aus der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer stammt. Dabei spart sie familieninterne Machtkämpfe, denen u.a. Schwester Berenike IV. zum Opfer fielen, nicht aus.
Ihre Liebesbeziehungen mit Gaius Iulius Caesar und Marcus Antonius nehmen recht viel Raum in der Erzählung ein. Sie schildert, quasi als Außenstehende, ihren Tod, der anders als üblicherweise dargestellt, ohne Schlange am nackten Busen auskommt.
Darüber müsst ihr bitte selbst lesen ....
Meine Meinung:
Als historisch Bewanderte bin ich zu Beginn ein wenig vorsichtig an diesen Roman herangegangen. Ich war neugierig, wie Saara El-Arifi das Leben der Kleopatra, das wir nur aus der Sicht der Männer kennen, darstellen wird. Ich bin angenehm überrascht worden. Nicht alles ist historisch eindeutig belegbar, aber der Roman bietet gute Unterhaltung.
Schmunzeln musste ich, wie sie versucht überlieferte Gerüchte, wie das tägliche Bad in Eselsmilch, als Blödsinn zu qualifizieren. Auch Kleopatras heimliche Ausflüge in die Bibliothek gefallen mir.
Worüber ich beim Lesen ein bisschen gestolpert bin, ist moderne gegenderte die Anrede „Pharaonin“. Soweit ich die ägyptischen Herrscher und Herrscherinnen verfolgt habe, war „Großes Haus“ die geschlechtsneutrale Anrede. Selbst Hatschesput (um 1490 bis um 1445 vor Christus) , die als erster weiblicher Pharao gilt, ist mit Knebelbart dargestellt.
Aber, die Ptolemäer waren ja kein autochthonen Ägypter.
Interessant ist auch zu lesen, dass in dieser Erzählung jeder Herrscher, jede Herrscherin eine von den Göttern gesandte Gabe bzw. ein göttliches Zeichen auf dem Körper haben soll. Da muss Kleopatra bei Caesarion, dem gemeinsamen Sohn mit Caesar, mittels Tätowierer ein wenig nachhelfen.
Der Schreibstil ist ziemlich modern, was aber bei dieser Art der Erzählung sein darf. Man spürt direkt den wachen Geist Kleopatras über sich schweben. Über manche Dinge amüsiert sie sich, manchmal kommen ihr Zweifel an ihren Handlungen und anderes hätte sie wohl (in der Rückschau) anders handhaben sollen. Fest steht, Macht macht einsam - Je weiter oben, desto mehr Speichellecker und Intriganten.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem ungewöhnlichen Porträt Kleopatras 4 Sterne.
Als Beispiel führt sie römische Schriftsteller wie Plutarch und Sueton sowie William Shakespeare an, der wie man weiß mehrere römische Dramen verfasst hat. Natürlich darf hier der Hinweis auf die Schauspielkunst von Liz Taylor und Richard Burton nicht fehlen.
Wir erfahren im lockeren Plauderton einiges aus ihrer Familie, die aus der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer stammt. Dabei spart sie familieninterne Machtkämpfe, denen u.a. Schwester Berenike IV. zum Opfer fielen, nicht aus.
Ihre Liebesbeziehungen mit Gaius Iulius Caesar und Marcus Antonius nehmen recht viel Raum in der Erzählung ein. Sie schildert, quasi als Außenstehende, ihren Tod, der anders als üblicherweise dargestellt, ohne Schlange am nackten Busen auskommt.
Darüber müsst ihr bitte selbst lesen ....
Meine Meinung:
Als historisch Bewanderte bin ich zu Beginn ein wenig vorsichtig an diesen Roman herangegangen. Ich war neugierig, wie Saara El-Arifi das Leben der Kleopatra, das wir nur aus der Sicht der Männer kennen, darstellen wird. Ich bin angenehm überrascht worden. Nicht alles ist historisch eindeutig belegbar, aber der Roman bietet gute Unterhaltung.
Schmunzeln musste ich, wie sie versucht überlieferte Gerüchte, wie das tägliche Bad in Eselsmilch, als Blödsinn zu qualifizieren. Auch Kleopatras heimliche Ausflüge in die Bibliothek gefallen mir.
Worüber ich beim Lesen ein bisschen gestolpert bin, ist moderne gegenderte die Anrede „Pharaonin“. Soweit ich die ägyptischen Herrscher und Herrscherinnen verfolgt habe, war „Großes Haus“ die geschlechtsneutrale Anrede. Selbst Hatschesput (um 1490 bis um 1445 vor Christus) , die als erster weiblicher Pharao gilt, ist mit Knebelbart dargestellt.
Aber, die Ptolemäer waren ja kein autochthonen Ägypter.
Interessant ist auch zu lesen, dass in dieser Erzählung jeder Herrscher, jede Herrscherin eine von den Göttern gesandte Gabe bzw. ein göttliches Zeichen auf dem Körper haben soll. Da muss Kleopatra bei Caesarion, dem gemeinsamen Sohn mit Caesar, mittels Tätowierer ein wenig nachhelfen.
Der Schreibstil ist ziemlich modern, was aber bei dieser Art der Erzählung sein darf. Man spürt direkt den wachen Geist Kleopatras über sich schweben. Über manche Dinge amüsiert sie sich, manchmal kommen ihr Zweifel an ihren Handlungen und anderes hätte sie wohl (in der Rückschau) anders handhaben sollen. Fest steht, Macht macht einsam - Je weiter oben, desto mehr Speichellecker und Intriganten.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem ungewöhnlichen Porträt Kleopatras 4 Sterne.