Kleopatra verkommt hier zur blassen Romantasy-Figur
Als Kleopatra im Jahr 51 v. Chr. 18 Jahre alt ist, stirbt ihr Vater und macht Kleopatra somit zur Herrscherin von Ägypten. Sie soll mit ihrem Bruder gemeinsam herrschen, doch das gestaltet sich als schwierig und schon bald findet sich Kleopatra von ihren Geschwistern hintergangen. Das Leben als Herrscherin eines Weltreichs, das schon vor Rom existierte und eine Hochkultur war, ist ständig bedroht. Jeder ausbleibende Regen bedroht die Herrschaft, jede politische Intrige kann tödlich enden, der Glaube an die Göttlichkeit der Herrscherin muss aufrecht erhalten werden. Und Kleopatra gelingt das Unmögliche. Sie führt Ägypten erneut in eine Blütezeit. Doch damit erweckt sie auch die Aufmerksamkeit Roms, dessen unersättlicher Machthunger und Ausbreitungsstreben Kleopatra in eine schwierige Lage bringen. Doch sie hat auch Verbündete unter Roms Mächtigen ...
Die Geschichte Kleopatras ist äußerst komplex und bietet keine einfache, lineare Kulisse für einen Roman. Bereits mit 18 musste sie sich gegen zahlreiche Verschwörungen und Attentate behaupten. Zudem hatte sie Beziehungen mit zwei der mächtigsten Männer Roms, hat deren Kinder und somit Anwärter auch auf Roms Macht bekommen. Sie wird als starke, durchsetzungsfähige und kluge Strategin eingeordnet. Davon bleibt in diesem Roman jedoch leider wenig übrig. Über weite Strecken liest sich dieses Buch wie ein Jugendbuch. Kleopatra wirkt hier unsicher und selbst im Alter von 22 noch unreif und naiv, Sie würde sich eigentlich am liebsten zurückziehen, das Regieren anderen überlassen und als Heilerin arbeiten und forschen. Das alles wirkt extrem unpassend zum historischen Bild von Kleopatra und die Person dahinter bleibt unnahbar. Eigentlich hatte ich gehofft, in diesem Buch dieser faszinierenden Figur besser nachspüren zu können. Stattdessen wirkt sie weinerlich, rechtfertigt sich für jeden Mord (obwohl ein Menschenleben damals wahrscheinlich noch deutlich weniger Wert war) und versucht die ganze Zeit den Lesenden weiß zu machen, sie sei nicht so. Vielleicht ist das Problem die Erzählperspektive und es hätte dem Buch besser getan, nicht aus Kleopatras Ich-Perspektive zu erzählen. Denn was mich besonders irritiert hat war, dass Kleopatra aus dem "Jenseits" heraus allwissend berichtet und vor allem immer wieder den Ereignis vorgreift. Die Szenen, die ich gut gelungen fand, bezogen sich alle auf Caesar und Marcus Antonius. Hier gelingt es der Autorin, Romantik, Witz und etwas Erotik in die Geschichte zu bringen; allerdings auch hier wieder, ohne anzuerkennen, dass Kleopatra die Nähe dieser Männer auch aus strategischen Gründen gesucht haben und etwas Verführungskunst eingesetzt haben mag. Die Romanfigur bleibt stattdessen eher passiv und wird selbst verführt. Und ein letzter Punkt, der mich irritiert hat, ist die Verbindung zu Übernatürlichem. Sicherlich gab es einen starken religiösen Glauben und Kleopatra brauchte entsprechende Zeichen, um sich als göttergesegnete Pharaonin unangefochten an die Spitze zu setzen, doch ein Ibis, der spioniert und lesen kann? Es kommen weitere ähnliche Elemente hinzu.
Und so war ich insgesamt enttäuscht von diesem Buch. Ich hatte mir so viel versprochen: eine feministische Neuerzählung dieser klugen Strategin, die es mit einem Weltreich aufgenommen hat. Stattdessen verkommt Kleopatra hier zu einer blassen Romantasy-Figur, die weiterhin unnahbar bleibt.
Die Geschichte Kleopatras ist äußerst komplex und bietet keine einfache, lineare Kulisse für einen Roman. Bereits mit 18 musste sie sich gegen zahlreiche Verschwörungen und Attentate behaupten. Zudem hatte sie Beziehungen mit zwei der mächtigsten Männer Roms, hat deren Kinder und somit Anwärter auch auf Roms Macht bekommen. Sie wird als starke, durchsetzungsfähige und kluge Strategin eingeordnet. Davon bleibt in diesem Roman jedoch leider wenig übrig. Über weite Strecken liest sich dieses Buch wie ein Jugendbuch. Kleopatra wirkt hier unsicher und selbst im Alter von 22 noch unreif und naiv, Sie würde sich eigentlich am liebsten zurückziehen, das Regieren anderen überlassen und als Heilerin arbeiten und forschen. Das alles wirkt extrem unpassend zum historischen Bild von Kleopatra und die Person dahinter bleibt unnahbar. Eigentlich hatte ich gehofft, in diesem Buch dieser faszinierenden Figur besser nachspüren zu können. Stattdessen wirkt sie weinerlich, rechtfertigt sich für jeden Mord (obwohl ein Menschenleben damals wahrscheinlich noch deutlich weniger Wert war) und versucht die ganze Zeit den Lesenden weiß zu machen, sie sei nicht so. Vielleicht ist das Problem die Erzählperspektive und es hätte dem Buch besser getan, nicht aus Kleopatras Ich-Perspektive zu erzählen. Denn was mich besonders irritiert hat war, dass Kleopatra aus dem "Jenseits" heraus allwissend berichtet und vor allem immer wieder den Ereignis vorgreift. Die Szenen, die ich gut gelungen fand, bezogen sich alle auf Caesar und Marcus Antonius. Hier gelingt es der Autorin, Romantik, Witz und etwas Erotik in die Geschichte zu bringen; allerdings auch hier wieder, ohne anzuerkennen, dass Kleopatra die Nähe dieser Männer auch aus strategischen Gründen gesucht haben und etwas Verführungskunst eingesetzt haben mag. Die Romanfigur bleibt stattdessen eher passiv und wird selbst verführt. Und ein letzter Punkt, der mich irritiert hat, ist die Verbindung zu Übernatürlichem. Sicherlich gab es einen starken religiösen Glauben und Kleopatra brauchte entsprechende Zeichen, um sich als göttergesegnete Pharaonin unangefochten an die Spitze zu setzen, doch ein Ibis, der spioniert und lesen kann? Es kommen weitere ähnliche Elemente hinzu.
Und so war ich insgesamt enttäuscht von diesem Buch. Ich hatte mir so viel versprochen: eine feministische Neuerzählung dieser klugen Strategin, die es mit einem Weltreich aufgenommen hat. Stattdessen verkommt Kleopatra hier zu einer blassen Romantasy-Figur, die weiterhin unnahbar bleibt.