Neubetrachtung einer Königin
Kleopatra, eine der bekanntesten Frauenfiguren der Antike, letzte Königin Ägyptens, Geliebte von Julius Caesar und Marcus Antonius, Mutter von deren Kindern, klug, stark, von atemberaubender Schönheit, die Verführung in Person, aber angeblich auch skrupellos, prunksüchtig, manipulativ, berechnend, gehasst, gefürchtet und der Hexerei bezichtigt. Eine große Herrscherin in einer von Männern dominierten Welt, über die so vieles erzählt wird, über die wir aber eigentlich so wenig wirklich wissen und das was wir wissen ist wiederum fast ausschließlich aus der Sicht von Männern überliefert.
Autorin Saara El-Arifi nähert sich der sagenumwobenen Pharaonin nun von einer neuen Seite an und lässt sie in diesem Buch selbst zu Wort kommen und ihre Geschichte erzählen. Der Leser bekommt einen neuen Blick auf die mächtigste Frau Ägyptens, auf ihre Wünsche, ihre Sorgen, Ängste und Nöte, auf ihre Gefühle, auf ihre Familie, auf die Hierarchien der antiken Welt, auf Kleopatra die Tochter, die Schwester, die Freundin, die Mutter, die Geliebte, die Frau. Ein sehr interessanter Blick, ein sehr persönlicher Blick, aber für mich leider auch ein sehr idealisierter und romantisierter Blick. Ein Blick, wie ich ihn in dieser Form nicht erwartet habe.
Ich kannte bisher keines der Bücher der Autorin, vielleicht liegt darin meine Enttäuschung begründet, hätte ich doch sonst eher geahnt was mich hier erwartet. Es ist nicht so, dass mich die Autorin nicht fesseln konnte, ganz im Gegenteil. Sie versteht es auf unglaublich virtuose Weise die Geschichte eines orientalischen Traums zu erzählen, ihre Bilder sind üppig wie Kleopatras Reichtum, ihre Sprache fließt dahin wie der göttliche Nil, sie versteht es eine Epoche und die Menschen darin auferstehen zu lassen und obwohl sie sich an viele historisch belegte Fakten hält, ist mir ihre Darstellung zu frei interpretiert.
Natürlich wusste ich von vornherein, dass ich hier keine Dokumentation vor mir habe, kein geschichtliches Sachbuch, oder eine historisch korrekte Biographie, aber irgendwie hatte ich eben trotzdem eine ganz andere Erwartungshaltung. Irgendwie habe ich eher an etwas in Richtung der Bücher von Madeline Miller gedacht, ein neuer Blick auf eine missverstandenen Frauenfigur, deren Leben ausschließlich von Männern erzählt und bewertet wird. Bekommen habe ich die Erzählung einer zweifellos starken Frau, die sich immer etwas anderes für ihr Leben gewünscht hat, die als mächtigste Frau ihres Landes so viele Möglichkeiten gehabt hätte und die sich am Ende doch wieder nur über die Männer in ihrem Leben definiert. Allein dieses sich Fügen in die aufgezwungene Rolle der machtgierigen Verführerin, ganz so als hätten die Männer so gar keinen Anteil an dem Ganzen, als wären sie willenlose Opfer, dieses - sie halten mich eh für eine Hu..., also kann ich mich auch wie eine benehmen. Ich weiß auch nicht, da sträubt sich was in mir und kollidiert mit dem Bild das ich von Kleopatra habe.
Wie schon gesagt, ich habe das Buch in der Gesamtheit unglaublich gern gelesen und wäre es die Geschichte einer fiktiven ägyptischen Prinzessin, super, dann hätte ich das Buch sicher mehr gefühlt, auch wenn das Ende, bei dem sich die Autorin doch stark bei Shakespear bedient, so gar nicht meins war. So aber, mit dem Anspruch ein neues Bild von Kleopatra zu zeichnen, ist mir das ganze zu sehr auf die Romantasy Schiene geraten und eher etwas das meine Töchter gerade lesen würden. Schreiben kann die Autorin ohne Frage und das Buch wird mit Sicherheit seine Fanbase finden, ich war wahrscheinlich einfach nicht ganz der passende Leser.
Autorin Saara El-Arifi nähert sich der sagenumwobenen Pharaonin nun von einer neuen Seite an und lässt sie in diesem Buch selbst zu Wort kommen und ihre Geschichte erzählen. Der Leser bekommt einen neuen Blick auf die mächtigste Frau Ägyptens, auf ihre Wünsche, ihre Sorgen, Ängste und Nöte, auf ihre Gefühle, auf ihre Familie, auf die Hierarchien der antiken Welt, auf Kleopatra die Tochter, die Schwester, die Freundin, die Mutter, die Geliebte, die Frau. Ein sehr interessanter Blick, ein sehr persönlicher Blick, aber für mich leider auch ein sehr idealisierter und romantisierter Blick. Ein Blick, wie ich ihn in dieser Form nicht erwartet habe.
Ich kannte bisher keines der Bücher der Autorin, vielleicht liegt darin meine Enttäuschung begründet, hätte ich doch sonst eher geahnt was mich hier erwartet. Es ist nicht so, dass mich die Autorin nicht fesseln konnte, ganz im Gegenteil. Sie versteht es auf unglaublich virtuose Weise die Geschichte eines orientalischen Traums zu erzählen, ihre Bilder sind üppig wie Kleopatras Reichtum, ihre Sprache fließt dahin wie der göttliche Nil, sie versteht es eine Epoche und die Menschen darin auferstehen zu lassen und obwohl sie sich an viele historisch belegte Fakten hält, ist mir ihre Darstellung zu frei interpretiert.
Natürlich wusste ich von vornherein, dass ich hier keine Dokumentation vor mir habe, kein geschichtliches Sachbuch, oder eine historisch korrekte Biographie, aber irgendwie hatte ich eben trotzdem eine ganz andere Erwartungshaltung. Irgendwie habe ich eher an etwas in Richtung der Bücher von Madeline Miller gedacht, ein neuer Blick auf eine missverstandenen Frauenfigur, deren Leben ausschließlich von Männern erzählt und bewertet wird. Bekommen habe ich die Erzählung einer zweifellos starken Frau, die sich immer etwas anderes für ihr Leben gewünscht hat, die als mächtigste Frau ihres Landes so viele Möglichkeiten gehabt hätte und die sich am Ende doch wieder nur über die Männer in ihrem Leben definiert. Allein dieses sich Fügen in die aufgezwungene Rolle der machtgierigen Verführerin, ganz so als hätten die Männer so gar keinen Anteil an dem Ganzen, als wären sie willenlose Opfer, dieses - sie halten mich eh für eine Hu..., also kann ich mich auch wie eine benehmen. Ich weiß auch nicht, da sträubt sich was in mir und kollidiert mit dem Bild das ich von Kleopatra habe.
Wie schon gesagt, ich habe das Buch in der Gesamtheit unglaublich gern gelesen und wäre es die Geschichte einer fiktiven ägyptischen Prinzessin, super, dann hätte ich das Buch sicher mehr gefühlt, auch wenn das Ende, bei dem sich die Autorin doch stark bei Shakespear bedient, so gar nicht meins war. So aber, mit dem Anspruch ein neues Bild von Kleopatra zu zeichnen, ist mir das ganze zu sehr auf die Romantasy Schiene geraten und eher etwas das meine Töchter gerade lesen würden. Schreiben kann die Autorin ohne Frage und das Buch wird mit Sicherheit seine Fanbase finden, ich war wahrscheinlich einfach nicht ganz der passende Leser.