Sprachlich starker Roman

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Kleopatra von Saara El-Arifi erzählt anhand von historischen Fakten eine fiktive Lebensgeschichte von der wohl berühmtesten Pharaonin unserer Weltgeschichte: Kleopatra.

Die Geschichte beginnt 51 v.u.Z. mit Kleopatras Krönung und endet 30 v.u.Z. mit ihrem Tod. Währenddessen verfolgen wir Ägyptens Aufstieg sowie Kleopatras Liebesbeziehungen zu den beiden bekannten römischen Männern Cäsar und Marcus Antonius.

Kleopatra erzählt dem Leser ihre Geschichte selbst. Irritierend waren für mich die häufigen Vorausdeutungen am Ende von Kapiteln. Warum die Autorin diese Art der Erzählform gewählt hat, eröffnet sich dem Leser erst zum Schluss. Gerade dieser Twist am Ende hat mir gut gefallen.

Sprachlich ist der Roman sehr stark. Viele Sätze sind geradezu ein Genuss. Den Prolog fand ich herausragend.

Insgesamt fehlte mir jedoch die Spannung im Plot, um dem Roman eine höhere Bewertung geben zu können. Auch die beiden Liebesgeschichten blieben meinem Empfinden nach zu blass. Dies lag an den häufigen Bewertungen Kleopatras aus ihrer jetzigen Sicht auf die Ereignisse. Der Leser war oft nie im Moment, sondern folgte nur den Gedanken der Protagonistin.

Insgesamt hat mir die Geschichte gefallen. Ich hätte mir allerdings mehr Tiefe, mehr Spannung und mehr geschichtliche Details gewünscht.

Ein Hinweis für den Verlag: Es wäre klasse gewesen, wenn im Buch ein Landkarte der damaligen Zeit beigefügt gewesen wäre. Das hätte zum besseren geographischen Verständnis der erwähnten Bündnisse und Kriegsgeschehen beigetragen.