Tolle Grundidee mit Mängeln in der Umsetzung

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Buchmeinung zu Saara El-Arifi – »Kleopatra«

»Kleopatra« ist ein Roman von Saara El-Arifi, der 2026 bei HOFFMANN UND CAMPE in der Übersetzung von Volker Oldenburg erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Cleopatra« und ist 2026 erschienen.

Zum Autor:
Saara El-Arifi wuchs in Abu Dhabi auf , bevor sie mit ihrer Familie nach Sheffield zog. Sie ist sudanesischer und ghanaischer Abstammung. Ihr Vater war Muslim , ihre Mutter wurde christlich erzogen. Derzeit lebt sie in London.

Zum Inhalt:
Das Leben der Kleopatra aus ihrer eigenen Sicht. Angelehnt an historische Fakten begleitet der Leser die mächtigste Frau der Welt von ihrer Thronbesteigung bis zu ihrem Tod.

Meine Meinung:
Die Grundidee des Buches ist faszinierend. Kleopatra schildert ihr Leben von der Thronbesteigung bis zu ihrem Tod aus ihrer eigenen Sicht. Bekannt sind die Schilderungen ihres Lebens aus männlichen Sichten, die nicht das Wohlwollen der Herrscherin finden. Es gibt neue Seiten an Kleopatra zu entdecken, wie z. B. Ihr Interesse an Büchern und an der Heilkunst. Auch ihre Beziehungen zu Gaius Iulius Caesar und Marcus Antonius werden ausführlich dargestellt. Seit früher Kindheit prägen familiäre Machtkämpfe ihr Leben und Kleopatra wird mächtig und machtbesessen und viele Freundschaften müssen geopfert werden. Der >Ton der Erzählung ist locker und licht verständlich. Lange Zeit habe ich mit Kleopatra mitgefiebert. Die Autorin hält sich an die historischen Fakten, findet aber Freiräume für ihre Darstellung der Pharaonin. Wenn Kleopatra ihr eigenes Handeln reflektiert und dabei viele Grautöne berücksichtigt werden, bekam ich das Gefühl, ihr nahe zu kommen. Ihre Liebesbeziehungen nahmen mir zu viel Raum ein und manche Aspekte tauchten wiederholt auf. Diese Punkte trübten mein Lesevergnügen doch erheblich.

Fazit:
Kleopatra schildert ihr eigenes Leben durchaus vielschichtig, verliert sich jedoch zunehmend in Gedanken, die die Macht ihres Sohnes Caesarion sichern sollen. So nahm mein Interesse und mein Lesevergnügen kontinuierlich ab. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten), auch wenn mich die Grundidee überzeugt hat.