Inspiration für Küchenneulinge

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Wer behauptet, das nicht zu kennen, dass er nach einem anstrengenden Arbeitstag noch schnell was halbwegs Essbares in angemessener Zeit auf die Teller bekommt und dabei hin und wieder die Kreativität fehlt, gehört zu den wenigen Glücklichen oder Schwindlern. Bei uns stellt sich die Frage jedenfalls regelmäßig, weshalb Leon Schreibers „Koch! Mich! Jetzt!“ äußerst vielversprechend klang.

Zunächst stellt Schreiber seine Basics vor, angefangen bei Lebensmitteln (Trockenprodukten über Konserven & Gläser zu Kühl- und Tiefkühlprodukten) über Küchenausstattung zu Gewürzmischungen (hier begegnet man den ersten Rezepten für ebenjene Mischungen). Das erste Kapitel widmet sich dem Thema 15-Minuten-Feuerwerk (wobei Ungeübte sicher länger als 15 Minuten brauchen), die nächsten: Ofen an und fertig, One-Pot-Wunder und Pasta-Glück, Bowls und Feelgood-Greens, Snacks und Soulfood, Meal Prep und Easy für morgen bis zu Sweet und easy, einige Menüvorschläge runden das Ganze ab.

Schon an den Kapitelüberschriften erkennt man eine moderne Handschrift (bzw. eine für mehrheitlich junge Leute) und „Standardtricks“ der schnellen Küche (etwa One-Pot, Ofengerichte, Bowls). Das ist insgesamt einfach und klar, was auch für die einzelnen Rezepte gilt: Zutaten (mehrheitlich gut erhältlich) und Zubereitungsschritte sind auf einen Blick erkennbar und im wahrsten und besten Sinne des Wortes überschaubar. Die Fotos machen Appetit, es gibt Angaben zu weitgehend kurzen Zubereitungszeiten und so einiges, was in nicht allzu ferner Zukunft auf unseren Tellern landen wird, wie etwa Asiatische Erdnuss-Ramen mit Miso und Limette, Crispy Gochujang-Halloumi, Reis und Gurkensalat (auch wenn es Gochujang hier im Supermarkt übrigens nicht gibt), Paprikareis mit Feta und Kräuterjoghurt, Linsen-Bowl mit Feta und Zitronentahin, Chili-Cheese-Smashed-Potatoes mit Joghurtdip oder Schnelles Pfannen-Bananenbrot. An dieser kurzen Auswahl wird bereits klar, dass sich für jeden Geschmack etwas finden lassen sollte, gut gefällt außerdem der Umstand, dass für ein Kochbuch eines Influencers wenig Selbstmarketing betrieben wird und man etwa mit dem letzten Rezept auch mal ältere Zutaten loswird (in die Richtung hätte man mehr erwarten können, man will ja seine Zeit nicht mit Einkäufen und Zutatenentsorgung verbringen). Weniger gut gefällt, dass es keine Icons oder sonstige Kennzeichen gibt, an denen man die Eignung für bestimmte Ernährungspräferenzen oder -erfordernisse schnell erkennt, es gibt relativ wenige Tipps und oftmals setzt Schreiber auf „Fertigkomponenten“ … wenn die Falafelmischung nicht im Haus ist, war’s das mit dem Rezept dann auch schon wieder. Nicht die Neuerfindung des Rades, aber um schnell mal auf Ideen zu kommen und Lieferdiensten adieu zu sagen, eine gute Inspirationsquelle. Daher gibt es 3,5 Sterne – für die (jüngere) Zielgruppe aufgerundet, für mich abgerundet für ein Buch, bei dem jede(r) selbst entscheiden sollte, ob es lohnt.