Vermittelt Wissen, Rücksicht und Respekt
Das Äußere
„Körper und Gehirn“ kommt als fadengeheftetes Hardcover, das aufgeschlagen liegenbleibt und mit Kapitelbändchen am Buchblock einen robusten Eindruck macht. Der Schriftzug auf dem vorderen Buchdeckel ist in Lackoptik gehalten. Das Seitenlayout wirkt mit zumeist schwarzer Schrift auf hellem Untergrund und seinem frischen Mix aus Kurztexten und Infografiken angenehm lesbar. Das hatte ich aufgrund des Marker-Designs der Schrift anfangs nicht erwartet.
Der Inhalt
Gegliedert ist das Buch in knapp 60 Themen, die jeweils zwei Doppelseiten umfassen. Pro Doppelseite, durch die als Moderator die Figur „Skeletti“ führt, gibt es feste Rubriken wie „Mach mit“, „Datenabwurf“ oder „Chacker Hack“. Das Buch ragt inhaltlich durch seine Erklärungen der Zusammenarbeit von Körper und Gehirn heraus. Neben den Sinnen, der Gefühlswelt (Angst, Wut) und der Verdauung (natürlich geht es ausführlich um Pupsen & Co) auch um Schlaf und Traum. Fremdwörter wie Interception, Propriozeption (Körperwahrnehmung) und Synästesie sorgen dafür, dass auch älteren Geschwistern und vorlesenden Erwachsenen Neues geboten wird. Wer sich bereits gefragt hat, wie das Sachbuch mit Diversität und Teilhabe umgeht, wird mit Kapiteln zu Neurodiversität (Autismus, ADHS, Legasthenie, Epilepsie), Gender & Geschlecht (es gibt mehr als eine binäre Geschlechterordnung) und Barrierefreiheit für Blinde und Köperbehinderte versorgt. Begriffe zum Thema Gender sind im Glossar in einem extra Kasten hervorgehoben. Positiv hat mich überrascht, wie an Beispielen kindgerecht gezeigt wird, dass Wissenschaft ein im Fluss befindlicher Prozess ist, in dem Irrtümer und Fehlannahmen wiederholt neu bewertet werden, wie wir aus der Medizingeschichte lernen können. Was sich besser machen ließe: neben der gezeigten Rücksicht auf Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Blinden im Straßenbild interessiert Schulkinder bereits das Thema Hörbehinderung, das sich jedoch weniger leicht bildlich darstellen lässt.
Altersempfehlung
Hier schließe ich mich aufgrund des großen Bildanteils der Empfehlung (für die Originalausgabe) ab 7 an.
Fazit
Insgesamt finde ich die Themen (auf dem beschränkten Raum einer Doppelseite) kindgerecht erklärt, motivierend auch für ungeübte junge Leser:innen, und vor allem anregend, anderen Menschen in ihrer Vielfalt mit Rücksicht und Respekt zu begegnen
---
Serieninfo: Band 3 der Serie "Wie funktioniert das?", das Original erschien 2024.
„Körper und Gehirn“ kommt als fadengeheftetes Hardcover, das aufgeschlagen liegenbleibt und mit Kapitelbändchen am Buchblock einen robusten Eindruck macht. Der Schriftzug auf dem vorderen Buchdeckel ist in Lackoptik gehalten. Das Seitenlayout wirkt mit zumeist schwarzer Schrift auf hellem Untergrund und seinem frischen Mix aus Kurztexten und Infografiken angenehm lesbar. Das hatte ich aufgrund des Marker-Designs der Schrift anfangs nicht erwartet.
Der Inhalt
Gegliedert ist das Buch in knapp 60 Themen, die jeweils zwei Doppelseiten umfassen. Pro Doppelseite, durch die als Moderator die Figur „Skeletti“ führt, gibt es feste Rubriken wie „Mach mit“, „Datenabwurf“ oder „Chacker Hack“. Das Buch ragt inhaltlich durch seine Erklärungen der Zusammenarbeit von Körper und Gehirn heraus. Neben den Sinnen, der Gefühlswelt (Angst, Wut) und der Verdauung (natürlich geht es ausführlich um Pupsen & Co) auch um Schlaf und Traum. Fremdwörter wie Interception, Propriozeption (Körperwahrnehmung) und Synästesie sorgen dafür, dass auch älteren Geschwistern und vorlesenden Erwachsenen Neues geboten wird. Wer sich bereits gefragt hat, wie das Sachbuch mit Diversität und Teilhabe umgeht, wird mit Kapiteln zu Neurodiversität (Autismus, ADHS, Legasthenie, Epilepsie), Gender & Geschlecht (es gibt mehr als eine binäre Geschlechterordnung) und Barrierefreiheit für Blinde und Köperbehinderte versorgt. Begriffe zum Thema Gender sind im Glossar in einem extra Kasten hervorgehoben. Positiv hat mich überrascht, wie an Beispielen kindgerecht gezeigt wird, dass Wissenschaft ein im Fluss befindlicher Prozess ist, in dem Irrtümer und Fehlannahmen wiederholt neu bewertet werden, wie wir aus der Medizingeschichte lernen können. Was sich besser machen ließe: neben der gezeigten Rücksicht auf Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Blinden im Straßenbild interessiert Schulkinder bereits das Thema Hörbehinderung, das sich jedoch weniger leicht bildlich darstellen lässt.
Altersempfehlung
Hier schließe ich mich aufgrund des großen Bildanteils der Empfehlung (für die Originalausgabe) ab 7 an.
Fazit
Insgesamt finde ich die Themen (auf dem beschränkten Raum einer Doppelseite) kindgerecht erklärt, motivierend auch für ungeübte junge Leser:innen, und vor allem anregend, anderen Menschen in ihrer Vielfalt mit Rücksicht und Respekt zu begegnen
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Serieninfo: Band 3 der Serie "Wie funktioniert das?", das Original erschien 2024.