ruhig und einladend
„Kokoro“ von Beth Kempton hat mich vor allem durch seine ruhige, fast schon zurückhaltende Gestaltung angesprochen. Das Cover ist in einem tollen Blauton gestaltet. Inhaltlich begleitet wird die Autorin auf ihrer Reise durch Japan, auf der Suche nach dem, was sie als „Kokoro“ beschreibt begleitet. Ein Herz, das Denken und Fühlen miteinander verbindet. Dabei bewegt sie sich durch schön geschilderte Landschaften, trifft unterschiedliche Menschen und verbindet persönliche Erlebnisse mit philosophischen Gedanken und japanischen Lebensweisheiten. Der Schreibstil ist angenehm und ebenso ruhig, stellenweise fast poetisch. Allerdings hatte ich zwischendurch auch das Gefühl, dass sich einige Passagen ziehen. Besonders die sehr persönlichen Abschnitte rund um ihre Trauer haben für mich viel Raum eingenommen. Das ist zwar nachvollziehbar, aber ich hätte mir eher neue Perspektiven gewünscht, statt so stark in ihre persönliche Verarbeitung einzutauchen. Trotzdem gibt es immer wieder schöne Momente und Gedanken, die hängen bleiben. Gerade wenn man sich bewusst Zeit nimmt und offen für die Inhalte ist, kann das Buch durchaus bereichernd sein. Es ist kein Ratgeber im klassischen Sinne, sondern eher eine Einladung, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.