Ruhig und atmosphärisch

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Lass uns noch bleiben ist ein ruhiger, sehr gefühlvoller Roman, der sich Zeit nimmt für seine Figuren und für ihre Gedanken.

Im Mittelpunkt stehen Beziehungen und das, was zwischen Menschen passiert, wenn Nähe da ist, aber Klarheit fehlt. Es geht um Unsicherheiten, um Erwartungen, um das Abwägen zwischen dem Wunsch zu bleiben und der Angst, sich zu sehr zu öffnen. Die Geschichte erzählt keine großen Wendepunkte, sondern viele kleine, leise Momente, die sich nach und nach zu etwas Größerem zusammensetzen.

Die Sprache ist klar, dabei aber sehr feinfühlig. Vieles spielt sich im Inneren der Figuren ab. Gedanken wiederholen sich, Gefühle bleiben unausgesprochen, Entscheidungen werden hinausgezögert und genau das wirkt so real. Man erkennt sich beim Lesen oft selbst wieder, ohne dass es aufdringlich wird.

Das Buch romantisiert nichts. Nähe darf schön sein, aber auch kompliziert. Beziehungen sind hier nicht perfekt, sondern brüchig, vorsichtig und manchmal anstrengend. Gerade diese Ehrlichkeit macht die Geschichte stark. Einige Passagen bleiben hängen, weil sie Gefühle beschreiben, die man kennt, aber selten so ruhig und genau formuliert sieht.