Ein grandioses Stück Literatur
Das Feuilleton feiert ihn schon als neuen Thomas Mann. Zuviel der Vorschusslorbeeren? Keineswegs. Nelio Biedermann ist auch für mich ein Ausnahmetalent. Mit gerade einmal zweiundzwanzig Jahren einen Roman vorzulegen, der sprachlich scheinbar so leichtfüßig und dennoch mit unglaublicher Wucht daherkommt – alle Achtung! Mit „Lázár“ ist ihm ein grandioses Stück Literatur gelungen, dessen Veröffentlichung in mehr als zwanzig Ländern absolut verständlich ist. Aber nicht nur sprachlich ist sein Werk ein Vergnügen, auch inhaltlich hat er spannenden Lesestoff zu bieten. Im Mittelpunkt: das Schicksal von Nelio Biedermanns ungarischer Adelsfamilie über drei Generationen hinweg. Mit der Geburt Lajos von Lázárs, dem Kind mit der durchsichtigen Haut, beginnt eine Familiengeschichte, die von Anfang an zu fesseln vermag. Die Personen, ihre Charaktere, die Ereignisse, Traumata, Glück und Katastrophen werden so präzise, radikal und empathisch geschildert, dass man das Gefühl hat, mittendrin dabei zu sein. Da stimmt jedes Wort, da ist nichts Überflüssiges, unnötig Ausschmückendes zu beobachten. Man freut sich beim Lesen mit, man leidet mit, nie ist man nur stiller Beobachter der Szenerie. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es einer der kraftvollsten Romane des Jahres sein könnte!