Jetzt wirklich?!
Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht von den vielen positiven Rezensionen und den sich fast schon überschlagenden Berichten zu Nelio Biedermanns Roman „Lazár“ in den Medien. Worte wie „Ausnahmetalent“ oder „Donnerschlag“ sind gefallen und dann schaue ich mir die ersten Seiten dieses Romans wieder an und frage mich, was ich nicht verstanden habe. An sich klingt dieser Roman nach einer interessanten Geschichte. Wir begleiten eine ungarische Adelsfamilie über mehrere Generationen hinweg durch die Wirrungen und Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Lügen und Geheimnisse, ein auffälliges Kind mit durchscheinender Haut, eine düstere Atmosphäre… eigentlich Dinge, die ich in Romanen gerne mag, aber in dieser Form fand ich’s leider eher verstörend. Lazár, der sich ohne Geschlechtsverkehr nicht männlich genug fühlt, der „gewaltige Hintern“ der Köchin der nicht durch die Tür passt, die (Sex)Fantasien a la „Márias Körper war zu einem Symbol, zur Tempelruine einer längst erloschenen Religion geworden, während Frau Virágs Körper Stätte eines blühenden Glaubens war, dem Sándor regelmäßig huldigte, indem er in ihren feuchten Schoß stieß, mit seiner Zunge den Schmutz von ihren Fußsohlen leckte, seine Nase in ihre Achselhöhlen grub und ihren Hintern auf seinem Gesicht platzierte. Unter diesem konnte er alles vergessen…“, reihen sich an emotionslose, langweilige Beschreibungen oder selbstverletzende Szenen wie „Mária […] stand […] auf und ging ins Bad, um sich die Arme aufzuschneiden. Der brennende Schmerz und der Anblick der dünnen roten Rinnsale auf dem weißen Porzellan des Waschbeckens gaben ihr Kraft. Anschließend wusch sie unter fließendem Wasser ihr Blut von der Klinge und legte sie exakt so zurück, wie ihr Mann sie hinterlassen hatte.“
Erstaunlich wie viel nackte Haut in so einer Familiengeschichte stecken kann und wenn man das gern als „poetische Bilder“ deuten möchte oder hier einen Roman mit Wucht (haha) sehen möchte… okay. Mir wars tatsächlich zu blöd und ich habe dieses Buch nach knapp 70 Seiten gelangweilt und etwas verstört wieder weggelegt, vielleicht verpasse ich nun die große Handlung und hätte am Ende dann auch gesagt, dass dieser Roman ein großer Wurf ist, aber ich habe echt keine Lust mehr auf solch unerwartete Penisgeschichten.
Und eine Triggerwarnung hätte ich irgendwie auch schön gefunden, wenn sich Protagonistinnen schon ritzen und dann gleich wieder zur Tagesordnung übergehen und da hab ich die mögliche Vergewaltigung noch gar nicht erwähnt.
Erstaunlich wie viel nackte Haut in so einer Familiengeschichte stecken kann und wenn man das gern als „poetische Bilder“ deuten möchte oder hier einen Roman mit Wucht (haha) sehen möchte… okay. Mir wars tatsächlich zu blöd und ich habe dieses Buch nach knapp 70 Seiten gelangweilt und etwas verstört wieder weggelegt, vielleicht verpasse ich nun die große Handlung und hätte am Ende dann auch gesagt, dass dieser Roman ein großer Wurf ist, aber ich habe echt keine Lust mehr auf solch unerwartete Penisgeschichten.
Und eine Triggerwarnung hätte ich irgendwie auch schön gefunden, wenn sich Protagonistinnen schon ritzen und dann gleich wieder zur Tagesordnung übergehen und da hab ich die mögliche Vergewaltigung noch gar nicht erwähnt.