Bewegende Schicksale

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leseratte1310 Avatar

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Dieser Roman erzählt von drei Frauen, die unterschiedliche Lebensverläufe haben und dennoch in Freundschaft miteinander verbunden sind.
Eine der Frauen beginnt 1991 in Kühlungsborn ihre Geschichte aufzuschreiben nachdem sie einen Brief der LVA Mecklenburg-Vorpommern bekommen hat. Fast dreißig Jahre hat sie hier gelebt, als Krankenschwester gearbeitet, inzwischen ihren Mann Gustav beerdigt und immer die Wahrheit über ihre Vergangenheit verschwiegen.
Es ist eine erschütternde Geschichte, welche die Autorin Mechtild Borrmann hier erzählt und die von wahren Schicksalen inspiriert wurde. Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin und ich mag ihren einfühlsamen, wundervoll zu lesenden Erzählstil.
Die Charaktere sind individuell und glaubhaft beschrieben. Lene soll einen Bauerssohn heiraten, verliebt sich aber in den niederländischen Fabrikarbeiter Joop. Doch heiraten tut sie dann einen anderen und bekommt Leo, der sich nicht so entwickelt wie andere Kinder. Doch das ist in jenen Zeiten gefährlich. Lene verliert das Sorgerecht für ihr Kind. Als Leo ins Heim kommt, verspricht die Krankenschwester Nora sich um ihn zu kümmern. Sie hilft Lene dabei, den Jungen zu retten, was Folgen für sie hat. In Danzig lernt Nora Lieselotte kennen, ein paar Jahre später kommen sie in einen Gulag der Sowjetunion.
Es ist bewundernswert, wie die Frauen trotz schwieriger Umstände zusammenstehen und dabei viel riskieren.
Jahre später nach dem Mauerfall wird die Vergangenheit durch den offiziellen Brief der LVA wieder hervorgeholt. Entscheidungen und Handlungen wiegen schwer und lassen einen nicht los, das muss auch Nora erkennen.
Der Roman ist bewegend und zeigt die Gräuel der Naziherrschaft, aber auch, dass Mut und Freundschaft viel bewirken können. Lesenswert!