Großartig

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Mechthild Borrmann erzählt in diesem historischen Roman über eine tiefe Freundschaft zwischen drei Frauen, wobei sie den Bogen vom zweiten Weltkrieg bis in die Zeit der Wiedervereinigung spannt. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten.
Lene, Nora und Lieselotte begegnen sich in den Kriegsjahren und werden zu guten Freundinnen, sie riskieren nicht wenig füreinander.

Lene darf ihre große Liebe nicht heiraten, weil die Eltern es verbieten. So gerät sie an einen anderen Mann, der ihr leider kein Glück bringt. Ihr erstgeborener Sohn Leo hat ein geringes Handicap, aber es genügt, um ihn zum Reichsauschusskind zu erklären und ihr das Sorgerecht zu entziehen. Ihre Freundin Nora rettet Leo im letzten Moment vor einer verhängnisvollen Verlegung, muss dann aber auch untertauchen. Sie gerät nach Danzig, wo sie Lieselotte kennenlernt. Die Beiden werden später nach Russland in einen Gulag verschleppt, von hier scheint es kein Entrinnen zu geben.

Die Autorin erzählt kurzweilig und spannend über die dramatischen Erlebnisse der Frauen. Dabei wechselt sie die Perspektive zwischen ihnen und auch zwischen den Zeiten, es gelingt es ihr viele brisante Themen anzuschneiden. Die historischen Fakten werden gut mit den fiktiven Aspekten verbunden, so dass ein authentisches interessantes Zeitbild entsteht. Die Figuren sind gut beschrieben und machen nachvollziehbare Entwicklungen durch. Der Mut, die Verzweiflung, die Armut und Angst werden deutlich transportiert. Über den Zeitstrang 1993 kommt nochmal eine andere Sichtweise auf die Kriegszeit dazu und es ist spannend zu sehen, was für Emotionen die Erinnerungen auslösen.