Zwischen Allergie-Rettung und Zutaten-Dschungel

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Auf den ersten Blick sieht das alles herrlich appetitlich, bunt und liebevoll in Szene gesetzt aus. Auch Fabiennes Geschichte – wie sie nach ihrer Diagnose nicht aufgegeben, sondern den Kochlöffel selbst in die Hand genommen hat – nötigt mir echten Respekt ab. Aber sobald man den Vorratsschrank aufmacht, kommt genau der Haken, den du nennst: Wer hat bitteschön mal eben Flohsamenschalen, Reismehl und Birkenzucker im Schrank?

Dieses Grundproblem kenne ich von vielen Spezial-Backbüchern: Wenn man für ein paar simple Frühstücksbrötchen oder Pancakes erst in drei verschiedene Reformhäuser tapern und ein halbes Monatsgehalt für Spezialmehle hinblättern muss, bleibt die Spontanität komplett auf der Strecke. Klar, wenn man Zöliakie hat und das Klebereiweiß chemisch ersetzen muss, braucht man diese Bindemittel. Aber für den ganz normalen Küchenalltag ist das eine verflixt hohe Einstiegshürde, die eher frustriert als Lust aufs Kochen macht.

Was ich dem Buch zugutehalte, sind die bodenständigeren Ideen wie die Gemüsepuffer oder die Mini-Gnocchi mit frischem Gemüse – da reichen normale Kartoffeln, ein paar Kräuter und marktübliches Grünzeug. Auch die Schoko-Frucht-Taler sind wunderbar unkompliziert. Aber dafür brauche ich eben auch kein Kochbuch.

Trotzdem bleibt bei mir dieser herbe Beigeschmack hängen: Für echte Allergiker mit Zöliakie sicher eine Goldgrube, aber für jeden, der einfach nur entspannt pflanzlich und unkompliziert kochen will, ist mir diese Zutaten-Rallye schlicht zu mühsam. Gute 3 von 5 Sternen, weil die Rezepte lecker klingen, der Einkaufszettel mich aber eher abschreckt.