Wenn das Herz stolpert und die Vergangenheit nicht schweigt
Diese Leseprobe hat mich leise, aber nachhaltig getroffen. Les Bouttiers – Wir sind jetzt erzählt nicht laut, sondern mit feinen Zwischentönen, die lange nachhallen. Die Figuren wirken nahbar und verletzlich, ihre Gedanken ehrlich und ungefiltert. Besonders eindrucksvoll finde ich, wie Trauer, Schuld und familiäre Erwartungen ineinandergreifen und dabei eine emotionale Spannung erzeugen, die ganz ohne große Dramatik auskommt. Die Sprache ist klar und zugleich gefühlvoll, mit Momenten, die plötzlich wehtun, weil sie so wahr sind. Es geht um Entscheidungen, die man zu spät trifft, und um Gefühle, vor denen man sich lange schützt – oft vergeblich. Diese Geschichte fühlt sich an wie ein stilles Innehalten im eigenen Leben. Genau deshalb möchte ich weiterlesen: um zu sehen, wie aus Brüchen vorsichtig etwas Neues entstehen kann.