Leider eine Enttäuschung

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charlieslesewelt Avatar

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Les Bouttiers - wir sind jetzt ist der erste Teil einer Dilogie um ein Pariser Modeimperium mit Love Triangle. Das Thema und Paris als Handlungsort haben mich sehr angesprochen, weshalb ich zu dem Buch gegriffen habe. Der Einblick in die Modewelt ist spannend zu lesen, das Leben in einer Welt, in der es an Geld nichts fehlt gut dargestellt und auch der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, sodass sich das Buch gut lesen lässt. Jedoch habe ich erhebliche Kritikpunkte, die - schon vorweg gesagt - dazu führen, dass ich Band 2 nicht lesen werde. Die Protagonisten sind Elodie (Enkelin der aktuellen Besitzer von Bouttier Couture), Gabriel (ihr Adoptivcousin) und Adam (der Sohn des Konkurrenzunternehmens).

Mit Elodie bin ich das gesamte Buch über nicht warm geworden. Sie verhält sich egoistisch, kindisch und naiv und ich habe mich durchweg gefragt, was sowohl Gabriel als auch Adam an ihr finden. Für mich kamen keine echten Gefühle und auch keine Tension auf. Zudem ist ihr Verhalten auch im feministischen Sinne höchst fragwürdig - am Tag, an dem sie ihren Freund im Bett mit einer anderen erwischt hat, lässt sie sich von einem fremden Mann auf höchst uncharmante und dominante Weise zum Sex überreden (ich kann es nicht verführen nennen), um dann in Paris festzustellen, dass der Fremde über seine Identität gelogen hat und eben jener Sohn des Konkurrenzunternehmens ist, das in Verdacht steht, dem Unternehmen ihrer Familie Skandale anhängen und damit massiv schaden zu wollen. Ursprünglich zur Unterstützung der Familie nach Paris gekommen, halten all diese Dinge Elodie nicht davon ab, Adam keineswegs böse über seine Lüge zu sein, sondern sich weiterhin mit ihm zu treffen und geheime Dinge über Bouttier Couture auszuplaudern, obwohl sie gewarnt und gebeten wird, sich nicht mit ihm zu treffen, da das der Familie weiter schaden könnte. Jegliche im folgenden passierenden Skandale basieren auf ihrem unloyalen Verhalten und ihrem Egoismus, was aber auch keine große Reue bei Elodie hervorruft. Dass sie für den Love Triangle dann in ihrem Cousin einen weiteren Sexualpartner findet, wo ebenfalls keine großen Gefühle spürbar waren und sie im Anschluss wieder bloß beleidigt und verletzt ist, ohne sich ein einziges Mal in seine Lage zu versetzen, passt zum Gesamtbild. Das Ende soll wohl einen Cliffhanger darstellen, hat mich aber überhaupt nicht mehr abgeholt und es ist mir ehrlich gesagt auch egal, was nun weiter passiert und vor allem, für welchen Partner sie sich am Ende entscheidet. Bei mir kamen weder zwischen ihr und Adam, noch zwischen ihr und Gabriel irgendwelche Gefühle auf. Schade, aber das Buch war wirklich eine Enttäuschung.