Schöne Kulisse, aber wenig Spannung
In „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling kehrt Elodie nach Jahren widerwillig nach Paris zurück – in die Stadt, die sie seit dem tragischen Tod ihrer Mutter gemieden hat. Eigentlich hatte sie ihren Traum von einer Karriere in der Mode längst begraben, doch als ihr Vater das angeschlagene Familienunternehmen Bouttier retten soll, führt kein Weg an der Rückkehr vorbei. Zwischen dem traditionsreichen Modehaus, alten Erinnerungen und neuen Herausforderungen wird Elodie nicht nur mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit zwei Männern, die ihr Herz durcheinanderbringen: Gabriel, ihr Adoptivcousin und einst engster Vertrauter, und Adam Le Blanc, der charismatische Erbe des konkurrierenden Modelabels, mit dem sie bereits eine leidenschaftliche Nacht verbracht hat.
Gefangen zwischen Gefühlen, Loyalitäten und Intrigen muss Elodie herausfinden, welchen Weg sie gehen will.
Der Schreibstil von Antonia Wesseling hat mir grundsätzlich wieder sehr gut gefallen. Er ist flüssig, angenehm zu lesen und gerade in emotionaleren Szenen auch wirklich atmosphärisch. Ich mag ihre Art zu Schreiben wirklich sehr gerne.
Allerdings hat es bei mir ein bisschen gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin. Gerade am Anfang hat sich alles etwas gezogen, und ich hatte das Gefühl, dass vieles eher oberflächlich bleibt, anstatt wirklich in die Tiefe zu gehen. Das fand ich schade, weil gerade das Setting so viel Potenzial bietet.
Dennoch war das Setting für mich tatsächlich eines der Highlights des Buches: Paris, die Modewelt, die Fashion Shows, das ganze Drumherum – das hat mir richtig gut gefallen. Diese Einblicke in das Modehaus Bouttier und die kreativen Prozesse haben der Geschichte für mich das gewisse Etwas gegeben. Davon hätte ich mir ehrlich gesagt noch deutlich mehr gewünscht, genauso wie generell mehr „Paris-Vibes“.
Was die Handlung angeht, war ich ein bisschen zwiegespalten. Über weite Strecken war mir das Ganze fast zu unspektakulär. Es gab einige Längen, in denen einfach nicht genug passiert ist, um mich wirklich zu fesseln. Und dann kommt am Ende plötzlich ein krasser Twist, der zwar überraschend ist, für mich aber irgendwie nicht ganz zu dem eher ruhigen Verlauf davor gepasst hat. Das wirkte fast ein bisschen unausgeglichen.
Die Charaktere haben mich ebenfalls unterschiedlich abgeholt.
Elodie mochte ich grundsätzlich – sie ist sympathisch und hat durchaus Stärke. Trotzdem hat mir bei ihr etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr für sich selbst einsteht, mehr ihren eigenen Weg geht, gerade was ihre Träume im Bereich Modedesign angeht. Teilweise wirkte sie auf mich ein bisschen zu passiv.
Besonders positiv überrascht hat mich Adam. Seine Figur fand ich wirklich gelungen. Seine inneren Konflikte und sein Kampf mit den Erwartungen seines Vaters waren für mich nachvollziehbar und haben ihm Tiefe gegeben. Auch die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, mochte ich sehr. Vor allem die Beziehung zwischen ihm und Elodie hat für mich funktioniert: Man hat das Knistern gespürt, die Anziehung war greifbar, und ihre Dynamik hat mich emotional am meisten abgeholt.
Ganz anders sah es bei Gabriel aus. Die Verbindung zwischen ihm und Elodie konnte ich überhaupt nicht richtig fühlen. Zusätzlich hatte ich ein Problem mit der ganzen Konstellation – auch wenn er „nur“ ihr Adoptivcousin ist, fand ich es irgendwie seltsam und ehrlich gesagt eher abstoßend, dass sie ihn anziehend findet. Das hat es mir schwer gemacht, mich auf diese Beziehung einzulassen. Dazu kam, dass ich Gabriel als Figur generell nicht besonders mochte. Er wirkte auf mich zu angepasst, zu sehr darauf bedacht, es allen recht zu machen, und dabei irgendwie blass.
Das Liebesdreieck an sich hat mich sowieso nicht wirklich angesprochen. Für mich hat es eher gestört als die Geschichte bereichert. Dazu kommt der recht hohe Spice-Anteil – der war mir persönlich teilweise zu viel und hat für mich sogar ein bisschen von der eigentlichen Chemie und Spannung zwischen den Figuren genommen, anstatt sie zu verstärken.
Fazit
Unterm Strich war „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling für mich ein Buch mit viel Potenzial, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde. Es gab schöne Ansätze – vor allem im Setting, im Schreibstil und in der Figur von Adam –, aber die Handlung war mir stellenweise zu langatmig und insgesamt zu wenig packend.
Für den zweiten Band wünsche ich mir vor allem: mehr Elodie, die wirklich ihren eigenen Weg geht, mehr Fokus auf Mode, mehr Paris-Atmosphäre und eine tiefere, spannendere Handlung. Dann könnte die Reihe für mich wirklich noch deutlich gewinnen.
Gefangen zwischen Gefühlen, Loyalitäten und Intrigen muss Elodie herausfinden, welchen Weg sie gehen will.
Der Schreibstil von Antonia Wesseling hat mir grundsätzlich wieder sehr gut gefallen. Er ist flüssig, angenehm zu lesen und gerade in emotionaleren Szenen auch wirklich atmosphärisch. Ich mag ihre Art zu Schreiben wirklich sehr gerne.
Allerdings hat es bei mir ein bisschen gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin. Gerade am Anfang hat sich alles etwas gezogen, und ich hatte das Gefühl, dass vieles eher oberflächlich bleibt, anstatt wirklich in die Tiefe zu gehen. Das fand ich schade, weil gerade das Setting so viel Potenzial bietet.
Dennoch war das Setting für mich tatsächlich eines der Highlights des Buches: Paris, die Modewelt, die Fashion Shows, das ganze Drumherum – das hat mir richtig gut gefallen. Diese Einblicke in das Modehaus Bouttier und die kreativen Prozesse haben der Geschichte für mich das gewisse Etwas gegeben. Davon hätte ich mir ehrlich gesagt noch deutlich mehr gewünscht, genauso wie generell mehr „Paris-Vibes“.
Was die Handlung angeht, war ich ein bisschen zwiegespalten. Über weite Strecken war mir das Ganze fast zu unspektakulär. Es gab einige Längen, in denen einfach nicht genug passiert ist, um mich wirklich zu fesseln. Und dann kommt am Ende plötzlich ein krasser Twist, der zwar überraschend ist, für mich aber irgendwie nicht ganz zu dem eher ruhigen Verlauf davor gepasst hat. Das wirkte fast ein bisschen unausgeglichen.
Die Charaktere haben mich ebenfalls unterschiedlich abgeholt.
Elodie mochte ich grundsätzlich – sie ist sympathisch und hat durchaus Stärke. Trotzdem hat mir bei ihr etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr für sich selbst einsteht, mehr ihren eigenen Weg geht, gerade was ihre Träume im Bereich Modedesign angeht. Teilweise wirkte sie auf mich ein bisschen zu passiv.
Besonders positiv überrascht hat mich Adam. Seine Figur fand ich wirklich gelungen. Seine inneren Konflikte und sein Kampf mit den Erwartungen seines Vaters waren für mich nachvollziehbar und haben ihm Tiefe gegeben. Auch die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, mochte ich sehr. Vor allem die Beziehung zwischen ihm und Elodie hat für mich funktioniert: Man hat das Knistern gespürt, die Anziehung war greifbar, und ihre Dynamik hat mich emotional am meisten abgeholt.
Ganz anders sah es bei Gabriel aus. Die Verbindung zwischen ihm und Elodie konnte ich überhaupt nicht richtig fühlen. Zusätzlich hatte ich ein Problem mit der ganzen Konstellation – auch wenn er „nur“ ihr Adoptivcousin ist, fand ich es irgendwie seltsam und ehrlich gesagt eher abstoßend, dass sie ihn anziehend findet. Das hat es mir schwer gemacht, mich auf diese Beziehung einzulassen. Dazu kam, dass ich Gabriel als Figur generell nicht besonders mochte. Er wirkte auf mich zu angepasst, zu sehr darauf bedacht, es allen recht zu machen, und dabei irgendwie blass.
Das Liebesdreieck an sich hat mich sowieso nicht wirklich angesprochen. Für mich hat es eher gestört als die Geschichte bereichert. Dazu kommt der recht hohe Spice-Anteil – der war mir persönlich teilweise zu viel und hat für mich sogar ein bisschen von der eigentlichen Chemie und Spannung zwischen den Figuren genommen, anstatt sie zu verstärken.
Fazit
Unterm Strich war „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling für mich ein Buch mit viel Potenzial, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde. Es gab schöne Ansätze – vor allem im Setting, im Schreibstil und in der Figur von Adam –, aber die Handlung war mir stellenweise zu langatmig und insgesamt zu wenig packend.
Für den zweiten Band wünsche ich mir vor allem: mehr Elodie, die wirklich ihren eigenen Weg geht, mehr Fokus auf Mode, mehr Paris-Atmosphäre und eine tiefere, spannendere Handlung. Dann könnte die Reihe für mich wirklich noch deutlich gewinnen.