Zwischen Haute Couture, Familiendruck, Geheimnissen und Gefühlen

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zeilengekuesst Avatar

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Der Auftakt der Dilogie von Antonia Wesseling ist schon optisch ein echtes Highlight. Das Cover wirkt edel und modern, mit einem klaren Bezug zur Fashion-Welt, und passt perfekt zur Geschichte rund um ein traditionsreiches Pariser Modehaus. Auch der Farbschnitt und die gesamte Gestaltung unterstreichen dieses luxuriöse, elegante Gefühl. Besonders schön fand ich die kreative Idee mit dem Song zum Buch – das ist ein Extra, das der Geschichte einen ganz eigenen Vibe verleiht.

Inhaltlich geht es um Elodie, die nach einer Verletzung und einem privaten Tiefschlag zurück nach Paris kommt, um ihre in Negativschlagzeilen geratene Familie zu unterstützen. Dort prallen nicht nur alte Familientraditionen und Rivalitäten aufeinander, sondern auch ungeklärte Gefühle. Zwischen Stoffbahnen, Blitzlicht und den altehrwürdigen Mauern des Pariser Modehauses „Les Bouttiers“ brodelt nicht nur die Konkurrenz mit einem anderen Label – auch das Gefühlschaos zwischen Elodie, Gabriel und Adam spitzt sich immer weiter zu. Love Triangle at its best!

Das Mode-Setting hat mir richtig gut gefallen. Haute Couture, Shows, interne Intrigen – das hatte stellenweise echtes „Emily in Paris“-Feeling, mit mindestens genauso viel Drama. Gleichzeitig hätte ich mir manchmal noch mehr Paris-Atmosphäre gewünscht; die Stadt blieb für mich etwas im Hintergrund.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, modern und angenehm zu lesen. Man kommt schnell durch die Kapitel, und gerade die Perspektivwechsel bringen Dynamik. Allerdings hatte die Geschichte zwischendurch kleinere Längen, in denen sich Konflikte eher wiederholt haben, statt sich spürbar weiterzuentwickeln.

Mit Elodie bin ich grundsätzlich gern durch die Geschichte gegangen. Ihre Zerrissenheit zwischen alter Leidenschaft, familiärer Pflicht und ihren Gefühlen fand ich nachvollziehbar. Bei Gabriel und Adam war ich zwiegespalten: Beide haben spannende Ansätze, blieben für mich aber emotional etwas schwer greifbar, was sich auch auf die Tiefe des Liebesdreiecks ausgewirkt hat. Besonders Adams Entwicklung zum Ende hin hat mir jedoch richtig gut gefallen – da erwarte ich in Band zwei definitiv noch Großes. Ein kleines Highlight war für mich außerdem die kleine Schwester Zoé, die mit ihrer kindlich direkten Art frischen Wind reinbringt.

Trotz meiner Kritikpunkte hat mich das Buch wahnsinnig gut unterhalten. Die Mischung aus Modewelt, Familiengeheimnissen und romantischem Drama macht definitiv neugierig auf Band zwei – vor allem mit Blick auf die offenen Fragen am Ende.

Fazit: Ein stilvoller, unterhaltsamer Auftakt mit starkem Setting und wunderschönem Design, der für mich emotional noch Luft nach oben hat. Wer New-Adult-Geschichten mit Modeflair, Rivalitäten und Liebeswirrwarr mag, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Solide 4 Sterne – und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.