Coming of Age im Zweiten Weltkrieg

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maluli Avatar

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Leuchtende Schatten, eine Neuauflage des bereits 2015 erschienenen zweiten Romans von Iris Wolff, hatte ich nicht auf dem Radar, obwohl ich alle anderen Romane der Autorin gelesen habe. Wie schade wäre es um diese berührende Lektüre, wenn sie unentdeckt bliebe!
Die Sprachschönheit hat Leuchtende Schatten mit den anderen Büchern der Autorin gemein, die eine unverkennbare Erzählart hat.
Auch dieses Buch hat mich unfassbar bewegt mit seinem feinen Gespür für die kleinen zwischenmenschlichen Momente.
Die Geschichte einer fast schon romantischen, fragilen Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Mädchen im Siebenbürgischen Hermannstadt 1944 hat mich so sehr berührt und hallt noch Tage nach der Lektüre in mir nach.
Der Roman ist eher langsam, wie man es von Wollfs anderen Romanen kennt. Für mich war er dennoch kein bisschen langatmig, sondern eher atmosphärisch. Aus der Perspektive der Deutschen in Rumänien habe ich persönlich auch noch nie den zweiten Weltkrieg betrachtet und der jugendliche Blickwinkel hat das Buch für mich nochmal ganz besonders gemacht.
Obwohl der Roman in einer konkreten historischen Zeit spielt, ist er auch irgendwie zeitlos in seinen Themen der Freundschaft, des Erwachsenwerdens, des Drangs nach Freiheit und auch in der Beschreibung, wie auch inmitten der Katastrophe Schönes existieren kann.
Manche Momente im Buch sind auf ihre stille Art so intensiv, dass einem beim Lesen fast das Herz zerspringt.
Leuchtende Schatten hört zu einem Zeitpunkt auf, an dem das größte Leiden der Deutschen in Rumänien erst richtig beginnt und bricht einem das Herz, versöhnt aber auch auf irgendeine Weise. Für mich einer der bewegendsten Romane von Iris Wolff.