Feinfühlige Erzählung

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leseclau Avatar

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Iris Wolff erzählt gewohnt feinfühlig eine Geschichte über Freundschaft und familiären Zusammenhalt, über das Leben in Siebenbürgen zu Kriegszeiten, über das langsame Erwachsenwerden eines jungen Mädchens. Was auf den ersten Blick nach einer fast zu großen Themenvielfalt klingt, löst die Autorin gekonnt durch viele kleine Momente des Alltags ihrer Hauptfigur Ella.

Während Ella zunächst eine sehr glückliche Kindheit hatte, in der ihr die Großfamilie Halt und gleichzeitig Freiheit gab, kommen mit dem 2. Weltkrieg herbe Veränderungen in ihr Leben. Der Vater zieht in den Krieg und sie lernt Verlust kennen: „Ich erfuhr, dass das Abwesende mehr Gewicht hatte als das, was da ist. Irgendwo im Inneren ist ein Leck, etwas, das die Freude aufnimmt und schmälert, ehe man sie mit beiden Händen festhalten kann.“ Kann man das Vermissen einer Person besser beschreiben?

Durch Ella lesen wir, wie es den Siebenbürger Sachsen im Krieg ergangen ist, wie die Familie zusammenhält, wie auch normaler Alltag stattfindet, wenn die Welt sich verändert. Ella erlebt eine tiefe Freundschaft und ihre erste Liebe, sie durchlebt Trauer und Freude gleichzeitig. Dieser vielschichtige Blick aufs Leben hat mich tief beeindruckt und wird mich noch längere Zeit beschäftigen.

Ich würde sehr gerne wissen, wie viel persönliche Familiengeschichte in dieses Buch eingeflossen ist.