Freundschaft im Schatten des Krieges

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"Leuchtende Schatten" von Iris Wolff setzt direkt mit dem Cover einen Maßstab dafür, wie sich auch das Buch entwickelt. Auf den ersten Blick wirkt es eher unscheinbar, doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man viele kleinen Details, die von Höhen und Tiefen, Licht und Schatten, erzählen.

Genauso sanft und zurückhaltend wie das Cover ist auch der Schreibstil und passt damit wunderbar zur Geschichte. Durch eine Zufallsbegegnung entwickelt sich zwischen Ella und Harriet langsam und vorsichtig eine enge Freundschaft. Ebenso behutsam nähert sich das Buch den Themen der Zeit und dem immer näher rückenden Zweiten Weltkrieg sowie dessen Auswirkungen. Obwohl es dabei durchaus sehr traurige und schwere Themen behandelt, wird die Geschichte nie erdrückend, gleichzeitig fehlt es ihr nicht an der nötigen Ernsthaftigkeit. Diese Balance ist für mich eine der größten Stärken des Romans.

Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Sie wirken für die Zeit, in der die Geschichte spielt, authentisch und nachvollziehbar. Alle versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Beste aus teilweise schrecklichen Situationen zu machen und dabei nicht den Mut oder Kopf zu verlieren. Besonders schön fand ich dabei den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung der Menschen. Gerade mit Blick auf die heutige Zeit hat mir das viel Hoffnung gegeben.

„Leuchtende Schatten“ ist damit eine ruhige und berührende Geschichte, die nicht nur einen Blick auf eine schwierige Zeit der Geschichte wirft, sondern dabei immer auch die Menschen und ihre Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt. Besonders schön fand ich die Botschaft, dass selbst in dunklen Zeiten Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe alles überstehbar machen kann.

Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die historische Romane mögen, die nicht nur die großen geschichtlichen Ereignisse erzählen, sondern vor allem zeigen, wie Menschen mit ihnen umgehen.