Freundschaft in den 1940ern
Das Buch ist eine Neuauflage des 2015 erstmals erschienenen Romans. Aber auch heute ist das Lesen lohnenswert. Wolff ist hier in ihrem zweiten Roman ihrem Thema bereits treu: Siebenbürgen und das Schicksal der Deutschen. Hier beschreibt sie aus der Sicht einer 14jährigen das letzte Jahr des zweiten Weltkrieges in Hermannstadt. Sehr berührend die Begegnung zweier Mädchen, die eine intime, ganz besondere Freundschaft entwickeln. Erst spät wird klar, dass die vorsichtige Annäherung darauf beruht, dass die eine verheimlichte Jüdin ist. Im Hintergrund werden die politischen Konflikte klar, die in der Familie, in der Schule, im Beruf ausgetragen werden. Der Druck der NSDAP wird immer stärker und führt dazu, dass der Vater sich gegen die eigene Überzeugung zum Wehrdienst verpflichtet. Sehr sensibel werden die Feindseligkeiten zwischen den verschiedenen Volksgruppen geschildert. Lesenswert.