Große Gefühle

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Iris Wolff erzählt eine Geschichte aus Hermannstadt, dem Ort, in dem sie selbst aufgewachsen ist. Die Handlung spielt in den Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs.
Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Ella und nehmen teil an ihren Gefühlen für Harriet, die unerwartet mitten im Schuljahr in ihrer Klasse auftaucht. Schnell wird deutlich, dass Ellas Empfindungen über eine gewöhnliche Freundschaft hinausgehen – das Wort Liebe fällt mehr als einmal.
Und dann gibt es da noch Leo, ihren Jugendfreund, bei dessen Anblick Ella plötzlich die Worte verliert.
Diese Phase im Leben junger Menschen, in der die Gefühle durcheinandergeraten und alles eine ungeheure Bedeutung bekommt, beschreibt Iris Wolff in einer poetischen, ruhigen Sprache. Vieles lässt einen dabei unwillkürlich an die eigene Jugend zurückdenken. Gleichzeitig nimmt der beginnende Zweite Weltkrieg immer mehr Raum im Leben der Protagonisten ein.
Die Autorin lässt sich viel Zeit, all das zu erzählen – leider kommt mir das Ende zu abrupt. Die Geschichte mit Leo bricht für mich plötzlich ab und bleibt unvollendet. Auch der Ausgang der Beziehung zwischen Ella und Harriet hat mich angesichts ihrer Vorgeschichte nicht überzeugt. Nach der behutsamen Entwicklung zuvor hätte ich mir für das Ende mehr Zeit und Stringenz gewünscht.
Für mich sind das deshalb knappe vier Sterne.