Jugendfreundschaft

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gabriele 60 Avatar

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Elf Jahre ist es her, dass dieses Buch, Iris Wolfs zweiter Roman, zum ersten Mal auf den Markt kam. Damals wurde es noch vom Otto Müller Verlag herausgegeben. Nun hat es der Klett-Cotta Verlag als Taschenbuch herausgebracht. Die Autorin hat sich inzwischen einen Namen in der deutschen Literaturlandschaft erarbeitet. Der Verlag unterstreicht das mit dem Cover, das einen starken Wiedererkennungseffekt aufweist.

Bisher kannte ich von der Autorin nur die beiden letzten Werke „Die Unschärfe der Welt“ und „Lichtungen“. Beide sind von hinten nach vorne erzählt, was mich anfangs etwas verwirrt, dann aber überzeugt hat. Der Aufbau ihres frühen Werkes ist dagegen von Anfang bis Ende stringent. So fiel mir das Eintauchen in die Geschichte seht leicht.

Sie spielt vor und während des zweiten Weltkrieges im rumänischen Hermannstadt und reiht sich so in die heutigen Erzählungen über die Vergangenheit der Deutschen Auswanderer in den europäischen Ostgebieten zu jener Zeit ein. Die Autorin, die 1977 in Hermannstadt geboren wurde und dort bis 1985 aufwuchs, beschreibt eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen, die eines Tages plötzlich und unerwartet getrennt werden.

Im ersten Teil des Buches begleiten wir die Vierzehnjährigen beim Kennenlernen, sich Annähern und Ankommen in ihrer Freundschaft. Im zweiten Teil erfahren wir, warum und wie die unfreiwillige Trennung zustande kam.

Die Autorin hat mich ganz nah an die Zeit herangeführt, hat die Standesunterschiede zwischen arm und reich aufgeweicht und eine große Sympathie für die Mädchen und ihren Alltag entstehen lassen. Im Nachhinein wundere ich mich, dass das Buch bei der ersten Herausgabe noch so unbekannt blieb. Denn die Thematik an sich hat nichts von ihrer Aktualität verloren, wie mehrere in diesem Sommer zum ersten Mal erschienene Bücher beweisen (zum Beispiel „Geteiltes Haus“ von Alice Horáčková oder „Ferne Heimat Altmontal“ von Michael Riepl).