Leise Freundschaft in dunkler Zeit

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piet1990 Avatar

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„Leuchtende Schatten“ ist ein sehr ruhiger, fein erzählter Roman über Freundschaft, Verlust und das Erwachsenwerden in einer schwierigen Zeit. Im Mittelpunkt stehen Ella und Harriet, deren Verbindung in Siebenbürgen während des Zweiten Weltkriegs entsteht. Gerade diese Freundschaft hat mir gut gefallen, weil sie nicht übertrieben dramatisch erzählt wird, sondern leise und glaubwürdig wächst.

Iris Wolffs Schreibstil ist sehr poetisch und bildhaft. Man muss sich auf die ruhige Art des Erzählens einlassen, dann entfaltet das Buch eine besondere Stimmung. Die Atmosphäre in Hermannstadt und die Unsicherheit der Kriegszeit sind deutlich spürbar, ohne dass die Geschichte zu schwer oder überladen wirkt.

Das Cover mit den Schattenmorellen finde ich sehr passend und schön gestaltet. Es verrät nicht zu viel, fängt aber die stille, etwas melancholische Stimmung gut ein.

Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, denn die Handlung bleibt insgesamt eher leise. Trotzdem hat mich das Buch berührt, weil es die großen Themen Freundschaft, Liebe und Verlust sehr fein erzählt.

Fazit:
Ein stiller, atmosphärischer Roman mit schöner Sprache und viel Gefühl. Wer ruhige Geschichten mit historischem Hintergrund mag, wird hier sicher eine besondere Lektüre finden.