Wunderbar erzählt
Wenn man sich in die Erzählweise eingelesen und sich auf das gemächliche Erzähltempo eingelassen hat, ist das Buch wunderbar geschrieben. Man wird an die Hand genommen und in die Welt von Ella - die auf dem Land in Siebenbürgen zur Zeit des zweiten Weltkriegesaufwächst - eingeführt. Ella, deren Leben einerseits klaren Regeln und Verpflichtungen folgt und die andererseits große Freiheiten hat, lernt die neu zugezogene Harriet kennen. Lange bewundert Ella sie aus der Ferne, bis sie ein Ereignis zusammenschweißt. Von da an sind Harriet, die überbehütet in einem guten Hause aufwächst, und Ella eng befreundet. Doch die Zeit in der sie leben, spielt gegen sie. Nicht zuletzt, weil Harriet Jüdin ist. Iris Wolff erzählt das Erwachsenwerden der beiden Freundinnen vor dem zeitgeschichtlichen und lokalen Hintergrund, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann.