Über Lügen und Wahrheiten

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nähpummelchen Avatar

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Ich fand das Buch nicht zutiefst packend. Es ist dennoch spannend genug geschrieben, um leicht dabei zu bleiben.
Als ehemalige Austauschschülerin in den USA muss ich sagen, dass ich das soziale Geflecht der SchülerInnen, den allgemein beschriebenen Situationen in der Schule sowie auch das soziale Gefälle als sehr authentisch beschrieben empfunden habe.
Für mich zeichnete sich schon sehr früh im Buch ab, dass Averys beste Freundin hinter dem Mord stecken könnte. Und die Autorin hat trotzdem sehr ungezwungen Wege gefunden, zunächst sehr galant von ihr auf andere mögliche TäterInnen ab- und umzulenken.
Auch die Liebesgeschichte, trotz aller Hinternisse und Unterschiede, zwischen Avery und Ryle ist sehr sympathisch beschrieben. Besonders deutlich wurden für mich dabei die Unterschiede in ihren Ausgangsfamilien: Averys Familie, für die Geld keine Rolle spielt, weil man es einfach hat, die Wärme und Zuwendung von ihren Eltern vermisst und sie doch nur in ihrem ehemaligen Kindermädchen und jetzt Haushälterin findet - gegen Ryles Familie, die jeden Nickel drei mal umdrehen muss, die in einfachsten Verhältnissen lebt, bei denen familiäre Liebe und Vertrauen jedoch im Überfluss vorhanden sind. Ganz automatisch stellte sich hierbei die Frage, wer von beiden wirklich arm ist. Wirklich vielschichtig und lebensnah geschrieben.