Unterhaltsamer Jugendkrimi

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fredhel Avatar

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Vom Cover her hätte ich dieses Buch vermutlich nicht gekauft, die Farbkombination wirkt etwas unschön und das Bild insgesamt eher erratisch. Auch ein Zusammenhang mit dem Inhalt erschließt sich mir nicht.

Im Mittelpunkt stehen zwei Hauptfiguren, Ryle, der Bad Boy der Schule. Er gibt allerdings wenig auf seinen Ruf, sondern tut vor allem das, was getan werden muss, um zum Unterhalt seiner Familie beizutragen. Er lebt mit seinem Vater und seinem kleinen Bruder an der Armutsgrenze in einem eigentlich reichen Viertel. Die meisten Mitschüler sind das genaue Gegenteil, wohlhabend, oberflächlich und ziemlich blasiert.

Als ihn seine Mitschülerin Avery um eine Waffe bittet, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Kurz darauf wird ihre stärkste Konkurrentin erschossen. Ryle und Avery beginnen daraufhin gemeinsam nach dem Täter zu suchen. Dabei wird schnell klar, dass auch Averys Leben alles andere als einfach ist, ihre Eltern haben übertriebene Erwartungen an sie und setzen sie stark unter Druck, eine Art Wohlstandsverwahrlosung.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich schnell lesen. Die Spannung liegt im mittleren Bereich, man bleibt zwar dran, die Auflösung ist allerdings recht vorhersehbar. Positiv ist, dass der jugendliche Charakter der Protagonisten gut getroffen wurde.

Der Roman ist insgesamt nicht besonders anspruchsvoll, eignet sich aber gut als leichte, spannende Lektüre und ist auch für Young Adult geeignet.

Fazit, trotz eines wenig ansprechenden Covers und einer vorhersehbaren Auflösung ein unterhaltsamer Jugendthriller mit glaubwürdigen Figuren und angenehmem Schreibstil.