Arbeit, Würde und der Preis des Überlebens
Die Leseprobe von „Liefern“ hat mich durch ihre sprachliche Kraft und politische Dringlichkeit sofort gefesselt. Tomer Gardi erzählt mit großer Präzision und literarischer Wucht vom Leben Filmons, dessen Alltag zwischen Lieferdiensten, prekären Arbeitsbedingungen und der ständigen Angst vor dem sozialen Absturz angesiedelt ist. Besonders eindrucksvoll ist die Perspektive eines Menschen, der im globalisierten Arbeitsmarkt unsichtbar bleibt und dennoch das Funktionieren dieses Systems überhaupt erst möglich macht.
Die Verbindung von individueller Lebensgeschichte, Migrationserfahrung und kapitalismuskritischer Analyse wirkt dabei weder belehrend noch abstrakt, sondern zutiefst menschlich. Gardis Sprache ist rhythmisch, manchmal essayistisch, dann wieder erzählerisch verdichtet – voller Wiederholungen, Perspektivwechsel und schmerzhafter Klarheit. Szenen wie das Schließen des Cafés oder der Einstieg in die algorithmisch gesteuerte Lieferarbeit zeigen eindringlich, wie schnell Menschen austauschbar werden und wie sehr Würde an Arbeit gekoppelt ist.
Ich erwarte von diesem Roman eine literarisch anspruchsvolle und politisch relevante Lektüre, die Fragen nach Zugehörigkeit, Ausbeutung und Solidarität stellt, ohne einfache Antworten zu liefern. „Liefern“ verspricht für mich ein Buch zu sein, das genau hinsieht, wehtut und lange nachhallt – und das unsere Gegenwart auf eine Weise spiegelt, die man nicht ignorieren kann.
Die Verbindung von individueller Lebensgeschichte, Migrationserfahrung und kapitalismuskritischer Analyse wirkt dabei weder belehrend noch abstrakt, sondern zutiefst menschlich. Gardis Sprache ist rhythmisch, manchmal essayistisch, dann wieder erzählerisch verdichtet – voller Wiederholungen, Perspektivwechsel und schmerzhafter Klarheit. Szenen wie das Schließen des Cafés oder der Einstieg in die algorithmisch gesteuerte Lieferarbeit zeigen eindringlich, wie schnell Menschen austauschbar werden und wie sehr Würde an Arbeit gekoppelt ist.
Ich erwarte von diesem Roman eine literarisch anspruchsvolle und politisch relevante Lektüre, die Fragen nach Zugehörigkeit, Ausbeutung und Solidarität stellt, ohne einfache Antworten zu liefern. „Liefern“ verspricht für mich ein Buch zu sein, das genau hinsieht, wehtut und lange nachhallt – und das unsere Gegenwart auf eine Weise spiegelt, die man nicht ignorieren kann.