Nah an der Realität
Die Leseprobe ist intensiv und ziemlich unbequem zu lesen – im positiven wie im anstrengenden Sinn. Tomer Gardi erzählt sehr direkt vom Leben eines Lieferfahrers in Tel Aviv, von Ausbeutung, Abhängigkeiten und dem ständigen Kampf ums Überleben. Der Stil ist fragmentarisch, laut, manchmal chaotisch, mit vielen Wiederholungen und Perspektivwechseln. Das passt zur Geschichte, fordert aber auch Konzentration. Inhaltlich stark und politisch relevant, sprachlich bewusst sperrig. Kein Buch zum Weglesen, sondern eines, das weh tut und hängen bleibt – mir aber stellenweise zu fordernd war, um wirklich reinzukommen.