Abhängigkeiten
Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Geschichten, die mehr oder weniger direkt zusammenhängen. Dabei führt uns der Autor in verschiedene Regionen dieser Welt. Was die Erzählungen verbindet, sind die sogenannten Rider, also die Menschen, die die Straßen säumen und alles liefern, was der Kunde bestellt. Egal ob Indien, Deutschland oder Israel, überall hetzen die Lieferanten mit Rädern, Rollern oder Motorrädern halsbrecherisch von Adresse zu Adresse, um möglichst zeitnah die gewünschten Güter auszuliefern. Hier zeigt das Buch sehr genau, was das Problem dabei ist. Es sind die Abhängigkeiten. Die Lieferanten sind abhängig von den Kunden und dem Lieferservice. Zusätzlich gibt es noch Personen, die die Lieferanten gegen Provision an die Dienstleister vermitteln. Die Kunden sind abhängig von den Lieferanten, hoffen auf pünktliche und vollständige Zustellung. Und alle sind abhängig vom Mobiltelefon. Das Gerät, das alle überwacht, Bestellungen ermöglicht, Orte anzeigt, Routen ermittelt oder im Notfall Hilfe holt. Das Buch hält hier schonungslos den Spiegel vor. Wie oft bestellen wir aus Bequemlichkeit etwas zu essen? Machen wir uns Gedanken, unter welchen Bedingungen die Lieferanten arbeiten müssen, teilweise mit anderen Identitäten für mehrere Anbieter. Hier greift die nächste Abhängigkeit. Alle wollen und brauchen gute Bewertungen. Eine negative Bewertung zu viel, und der Zusteller ist seinen Job los. Nachschub gibt es genug. Bekommt ein Anbieter zu viele negative Bewertungen, wird weniger bestellt und wieder werden nicht benötigte Zusteller entlassen. Machen wir uns Gedanken, wie es sein kann, dass zum Valentinstag rote Rosen im Winter zu kaufen sind? Unter Zeitdruck werden die Rosen in Afrika gezüchtet und geschnitten, gekühlt nach Deutschland transportiert und von schlecht bezahlten Minijobbern verkauft. So zeigt das Buch sozialkritisch die Tücken des globalen Dorfes auf ohne allerdings eine Lösung aufzuzeigen. Diese Ratlosigkeit spiegelt sich auch in den Geschichten des Buches wieder. Teilweise sind die Enden so offen, dass ich mich teilweise gefragt habe, was ich aus dem Buch mitnehme. Gibt es eine Lösung für diese Liefergesellschaft? Auf der einen Seite die, die es sich leisten können, sich alles liefern zu lassen. Natürlich gibt es auch Menschen, die aus diversen Gründen auf solche Lieferdienste angewiesen sind. Aber würde es etwas bringen, weniger zu bestellen? Eine provokante These ist, dass dann viele Menschen kein Einkommen mehr hätten. Deutlich wird dieser Zwiespalt am Flüchtlingsproblem. Durch solche Jobs wie im Zustellbereich, finanzieren sich viele Menschen ihr Leben und ihre Flucht mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Ob es eine Änderung der Gewohnheiten, der Arbeitsbedingungen und all der anderen Probleme geben wird, bezweifle ich. Dazu ist der Mensch sich selbst am nächsten. So lässt mich das Buch genauso ratlos zurück, wie das eine oder andere Kapitel.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Ob es eine Änderung der Gewohnheiten, der Arbeitsbedingungen und all der anderen Probleme geben wird, bezweifle ich. Dazu ist der Mensch sich selbst am nächsten. So lässt mich das Buch genauso ratlos zurück, wie das eine oder andere Kapitel.
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