Die Welt auf einen kulinarischen Nenner gebracht

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brigitteb Avatar

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Berlin, Tel Aviv, Delhi, Istanbul, Buenos Aires. Was diese Millionenmetropolen eint, ist, dass deren Bewohner ständig Hunger haben. Dieser Hunger lässt sich weltweit am besten stillen mittels Essenslieferdiensten. Unter dieser Prämisse erschafft der Autor eine weltumspannende Erzählung, die Einblick in das multikulturelle Universum der Lieferdienste gewährt. Konkurrenzdruck, Ausbeutung, Heimweh, Familiennachzug und teilweise mafiöse Strukturen prägen global die Welt des schnellen Hungerstillens. Die Welt ist ein Dorf und so verwebt der Autor die portraitierten Einzelschicksale zu einem Netz, in dem jeder auf gewisse Weise mit anderen verbunden ist. Kulturschocks jeglicher Art sind dabei vorprogrammiert und erwünscht. Hinzu kommt eine wahnwitzige Beschreibung eines Haartransplantations-Trips nach Istanbul, welcher der Leser so garaniert noch nicht kennt.

Ein humorvoller, aber auch nachdenklich stimmender Roman. Leider waren für mich die Themen-, Personen- und Schauplatzwechsel etwas gar wild und hektisch konstruiert. Ab einen gewissen Punkt hatte ich Mühe, mit dem Geschehen noch Schritt zu halten. Insgesamt aber ein sehr unterhaltsamer Roman in einem tollen Setting.