Eine rasante Odyssee
Tomer Gardi mutet seinem Publikum in „Liefern“ einiges zu – und genau darin liegt die Brillanz. Wer einen konventionellen Roman sucht, wird an seinem bewussten Spiel mit der Sprache und der Grammatik zunächst scheitern. Doch wer sich auf den Rhythmus einlässt, erlebt eine furiose Fahrt durch ein nächtliches Berlin, gesehen durch die Augen eines Fahrradkuriers.
Kritisch anzumerken ist, dass der Text durch seine formale Radikalität stellenweise anstrengend wirkt und dem Leser viel Disziplin abverlangt. Doch dieser Widerstand ist Methode: Er spiegelt die Atemlosigkeit und Prekarität des Lieferdienst-Alltags perfekt wider. Gardi gelingt es, soziale Missstände nicht zu belehren, sondern durch eine völlig neue, befreite Ästhetik fühlbar zu machen.
Fazit: Ein sprachlich mutiges, herausforderndes Buch, das die Literatur konsequent entstaubt. Anstrengend, aber absolut lohnenswert!
Kritisch anzumerken ist, dass der Text durch seine formale Radikalität stellenweise anstrengend wirkt und dem Leser viel Disziplin abverlangt. Doch dieser Widerstand ist Methode: Er spiegelt die Atemlosigkeit und Prekarität des Lieferdienst-Alltags perfekt wider. Gardi gelingt es, soziale Missstände nicht zu belehren, sondern durch eine völlig neue, befreite Ästhetik fühlbar zu machen.
Fazit: Ein sprachlich mutiges, herausforderndes Buch, das die Literatur konsequent entstaubt. Anstrengend, aber absolut lohnenswert!