Globale Ausbeutung
Von Cover und Gestaltung des Buchs war ich vorerst angetan, gerade hatten sich Lieferdienste in ein persönliches Thema für mich entwickelt, als ich das neu erschienene Buch von Toner Gardi entdeckte. Es wird schnell klar, was Thema dieses Buches sein wird. Zu Beginn wird man direkt in die Handlung geworfen, man lernt den ersten Essenslieferanten kennen, er kommt aus Eritrea und liefert nun in Tel Aviv. Zügig wird ein zweiter Charakter eingeführt, dann ein Dritter, usw. Der Einblick in das Leben verschiedener Lieferant*innen in unterschiedlichen Länderkontexten ist zu Beginn noch spannend, da es die Globalität des Arbeitskampfes im heutigen Kapitalismus grafisch nachzeichnet. Die Probleme, die Monopolunternehmen wie Lieferando, Uber, etc. schaffen sind überall gleich. Dann lernen wir auch Belieferte kennen, Menschen, die konsumieren. Zu Beginn noch interessant, rutscht doch die Menge an Charakteren, in deren Leben wir jeweils nur kurze Einblicke erhaschen im Verlauf des Buchs ins Chaotische ab. Der Handlung ist nicht mehr zu folgen, falls es sie noch gibt. Ein großartiges Thema, leider ein wenig chaotisch umgesetzt. Durch seinen fragmentarischen Aufbau allerdings leicht und schnell zu lesen, ein Blick in das Buch lohnt sich dennoch!