Gutes Buch mit Schwächen
Der Roman „Liefern“ von Tomer Gardi ist ein episodisch aufgebautes Werk, das unterschiedliche Figuren und Lebenswelten miteinander verknüpft. Die Geschichten erzählen von Migration, Arbeit, Identität und Zufall und das anhand von Charakteren, die fast immer am Rand der Gesellschaft leben bzw. Teil der modernen Welt sind, aber von vielen nicht beachtet werden.
Inhaltlich haben mich die meisten der einzelnen Storys durchaus interessiert. Sie sind spannend konstruiert, teilweise überraschend und leben davon, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander verbunden sind – oft auf unerwartete Weise. Gerade dieser Gedanke, dass wir alle, ob bewusst oder unbewusst, miteinander verknüpft sind, hat mich zum Nachdenken angeregt. Das Buch eröffnet damit interessante Perspektiven auf gesellschaftliche Zusammenhänge und die Frage, ob unsere Verbundenheit mit anderen ein Vor- oder Nachteil ist.
Allerdings konnte mich der Schreibstil nicht wirklich überzeugen. Die häufig wechselnden Perspektiven innerhalb einzelner Episoden – teils sogar innerhalb eines Absatzes – wirken auf mich ziemlich verwirrend.. Oft fiel es mir schwer, zeitlich einzuordnen, was wann geschehen ist und auch die Reihenfolge der Ereignisse.
Hinzu kommen sprachliche Ungereimtheiten: Manche Formulierungen wirken gestelzt, an anderen Stellen irritieren Ungenauigkeiten oder Brüche – etwa wechselnde Namen (River wird zu Silver, Leandro zu Leonardo, Resuls Frau trägt plötzlich einen anderen Namen), Auch einzelne Figuren wie etwa der Muskelmann, der im Teil "Mimesis" mehrmals erwähnt wird und dann aber in der Geschichte von Filmon und Pavan einmal zur Sprache kommt ohne Kontext und nie wieder auftaucht, haben mich ziemlich irritiert.
Teilweise greifen die Episoden zudem auf Klischees zurück, was der sonst so vielschichtigen Story etwas die Tiefe nimmt. Das letzte Kapitel und insbesondere das Ende empfand ich als sehr merkwürdig - wo war die Verbindung zum Rest des Romans und das Ende war viel zu offen. Ich habe das Gefühl, dass es sehr schnell geschrieben worden ist und deshalb nicht die Stärke von den vorangegangenen Teiles des Buches hat.
Insgesamt ist „Liefern“ ein Roman mit starken inhaltlichen Ansätzen und spannenden Verknüpfungen, der jedoch stilistisch und strukturell mich nicht ganz überzeugt hat.
Inhaltlich haben mich die meisten der einzelnen Storys durchaus interessiert. Sie sind spannend konstruiert, teilweise überraschend und leben davon, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander verbunden sind – oft auf unerwartete Weise. Gerade dieser Gedanke, dass wir alle, ob bewusst oder unbewusst, miteinander verknüpft sind, hat mich zum Nachdenken angeregt. Das Buch eröffnet damit interessante Perspektiven auf gesellschaftliche Zusammenhänge und die Frage, ob unsere Verbundenheit mit anderen ein Vor- oder Nachteil ist.
Allerdings konnte mich der Schreibstil nicht wirklich überzeugen. Die häufig wechselnden Perspektiven innerhalb einzelner Episoden – teils sogar innerhalb eines Absatzes – wirken auf mich ziemlich verwirrend.. Oft fiel es mir schwer, zeitlich einzuordnen, was wann geschehen ist und auch die Reihenfolge der Ereignisse.
Hinzu kommen sprachliche Ungereimtheiten: Manche Formulierungen wirken gestelzt, an anderen Stellen irritieren Ungenauigkeiten oder Brüche – etwa wechselnde Namen (River wird zu Silver, Leandro zu Leonardo, Resuls Frau trägt plötzlich einen anderen Namen), Auch einzelne Figuren wie etwa der Muskelmann, der im Teil "Mimesis" mehrmals erwähnt wird und dann aber in der Geschichte von Filmon und Pavan einmal zur Sprache kommt ohne Kontext und nie wieder auftaucht, haben mich ziemlich irritiert.
Teilweise greifen die Episoden zudem auf Klischees zurück, was der sonst so vielschichtigen Story etwas die Tiefe nimmt. Das letzte Kapitel und insbesondere das Ende empfand ich als sehr merkwürdig - wo war die Verbindung zum Rest des Romans und das Ende war viel zu offen. Ich habe das Gefühl, dass es sehr schnell geschrieben worden ist und deshalb nicht die Stärke von den vorangegangenen Teiles des Buches hat.
Insgesamt ist „Liefern“ ein Roman mit starken inhaltlichen Ansätzen und spannenden Verknüpfungen, der jedoch stilistisch und strukturell mich nicht ganz überzeugt hat.