Perspektivwechsel

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lindendrea_oldie Avatar

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Das Cover zeigt dem Leser worum es geht, der MAPS -Pfeil auf der Landkarte mit dem Rider (Lieferdienstfahrer) in der Kontur platziert, Lieferungen, ob Lebensmittel oder Mahlzeiten werden geordert und müssen schnellstmöglich zum Kunden transportiert werden -keine Kompromisse, die Branche ist hart und ausbeuterisch.

Aber das wäre jetzt hier zu kurz gedacht, es geht nicht nur um den Job, die Ausbeutung, die uns allen bewusst ist- es geht um Familie, Freundschaft, Liebe, Stress und um die verwobenen Schicksale der Protagonisten, eingefangen im Perspektivwechsel der Geschichte. Jedes einzelne Schicksal, ob Filmon, Flüchtling aus Eritrea und festsitzend in Tel Aviv, der sich abrackert, um zu seiner Familie nach Deutschland reisen zu können oder Megha, berufstätige Mutter, die nicht gern, aber dennoch auch gezwungener Maßen den Dienst der Rider in Anspruch nimmt und um die Grausamkeit der Straße weiß. Da ist Nina, die im Bildungszentrum Flüchtlingen die deutsche Sprache näher bringt und sich den Wunsch erfüllt, Neu Delhi zu besuchen, die eintaucht in eine neue Welt, die sich treiben lässt, feiert, neue Menschen trifft und liebt und Grausames auf der Straße erlebt.
Wir lernen weitere Menschen kennen, die auch liefern müssen, auch im übertragenen Sinne, um im Leben zu bestehen, um Träume zu verwirklichen ubnd ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.
Ein wunderbares Buch, das nachhallt, flüssig, wortreich, präzise geschrieben und geschickt miteinander verwobene Schicksale lebendig macht.