Roh, lebendig, unbequem
„Liefern“ von Tomer Gardi hat mich auf eine sehr direkte, manchmal auch unbequeme Weise angesprochen. Als Frau, die in Berlin lebt, erkenne ich vieles aus meinem Alltag wieder – diese ständige Bewegung der Stadt, die Mischung aus Sprachen, Kulturen und Lebensrealitäten. Besonders beeindruckt hat mich, wie spielerisch und zugleich schonungslos mit Sprache umgegangen wird. Das gebrochene Deutsch wirkt zunächst irritierend, entfaltet aber schnell eine eigene Kraft und spiegelt für mich sehr ehrlich wider, wie Migration und Identität erlebt werden können.
Beim Lesen musste ich oft schmunzeln, manchmal auch innehalten, weil der Text so roh und nah wirkt. „Liefern“ zeigt Berlin nicht als hippe Postkartenstadt, sondern als komplexen Ort voller Widersprüche. Gerade diese Perspektive fand ich erfrischend und wichtig. Ein ungewöhnliches Buch, das sich traut, sprachliche Regeln zu hinterfragen und dadurch lange nachhallt.
Beim Lesen musste ich oft schmunzeln, manchmal auch innehalten, weil der Text so roh und nah wirkt. „Liefern“ zeigt Berlin nicht als hippe Postkartenstadt, sondern als komplexen Ort voller Widersprüche. Gerade diese Perspektive fand ich erfrischend und wichtig. Ein ungewöhnliches Buch, das sich traut, sprachliche Regeln zu hinterfragen und dadurch lange nachhallt.