Hört mitten in der Handlung auf

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mysticcat Avatar

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Lightfall. Das verlorene Licht überzeugt vor allem durch seinen detailreichen, atmosphärischen Zeichenstil, der die fantastische Welt Irpa lebendig und einladend wirken lässt. Die Illustrationen tragen maßgeblich dazu bei, dass man sich schnell in der Geschichte verliert, auch wenn Graphic Novels sonst nicht zu meinen bevorzugten Genres zählen. Besonders gelungen ist, dass neben dem Abenteuer auch ruhigere, emotionale Themen aufgegriffen werden, etwa die Frage nach Beas Herkunft und warum sie ihrem Großvater äußerlich nicht ähnelt.

Positiv hervorzuheben ist zudem die spätere Auflösung rund um die Bedeutung der Ewigen Flamme und warum Bea so eindringlich dazu angehalten wurde, über sie zu wachen. Diese Erklärung verleiht der Geschichte im Nachhinein mehr Gewicht und mildert ein wenig den Eindruck einer sehr offenen Handlung. Dennoch bleiben einige erzählerische Schwächen bestehen, die den Gesamteindruck trüben.

Ein deutlicher Minuspunkt sind für mich die Echsenwesen, die zwar für eine actionreiche Passage sorgen, jedoch kaum Tiefe oder Bedrohlichkeit entwickeln. Hier hätte man mehr Atmosphäre und Hintergrund einbringen können, um der Dunkelheit der Handlung wirklich Substanz zu verleihen. Stattdessen bleibt diese Sequenz oberflächlich und wirkt wie verschenktes Potenzial innerhalb einer ansonsten stimmungsvollen Welt.

Das größte Problem ist jedoch das Ende: Band 1 schließt nicht einmal ansatzweise ab, sondern bricht mitten in der Handlung ab. Dieser Umstand hinterlässt weniger Neugier als vielmehr das Gefühl, dass die Geschichte an einem unpassenden Punkt unterbrochen wurde. Insgesamt bleibt ein gemischter Eindruck zurück: eine visuell beeindruckende, emotional vielversprechende Welt mit einigen erzählerischen Lücken und einem zu offenen Ende. Daher komme ich trotz der starken Atmosphäre nur auf 3 von 5 Sternen und würde empfehlen, mit dem Lesen zu warten, bis die Reihe vollständig vorliegt.