Wie süß

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xox0.anni Avatar

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Ah ich liebe es! Es ist cozy, wunderschön und wirklich einfach super süß!!

Schon beim ersten Blick auf das Cover war klar: Dieses Buch möchte ich lesen. Der Zeichenstil ist weich, verspielt und unglaublich atmosphärisch. Die Farbgebung wirkt harmonisch und liebevoll gewählt und allein optisch ist Lightfall ein echtes Wohlfühlbuch. Und tatsächlich trägt die visuelle Gestaltung die Geschichte von Anfang bis Ende.

Die Handlung führt uns nach Irpa, eine fantasievolle Welt am nördlichen Rand des Landes. Dort lebt Bea mit ihrem etwas zerstreuten Großvater Alfrid, einem Schweinezauberer, sowie der Katze Nimm. Bea verbringt ihre Tage damit, Zutaten für Tränke zu sammeln und ein Auge auf Alfrid zu haben, dessen Gedächtnis ihn immer öfter im Stich lässt. Das ruhige Leben gerät ins Wanken, als Bea auf den galudrianischen Krieger Cad trifft – einen erfahrenen, optimistischen Abenteurer, der eigentlich Alfrids Hilfe sucht. Als dieser plötzlich verschwindet, bleibt Bea keine Wahl: Sie muss sich auf den Weg machen, um ihren Großvater zu finden. Cad begleitet sie – und damit beginnt eine Reise voller Gefahren, Entdeckungen und persönlicher Entwicklung.

Besonders gelungen ist das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren. Bea ist ängstlich, grummelig und zweifelt oft an sich selbst, während Cad mit Offenheit, Zuversicht und einer gewissen Naivität durchs Leben geht. Gerade dieser Kontrast sorgt für viele charmante Momente. Dabei bleibt es nicht bei oberflächlicher Abenteuerkost: Beas Umgang mit ihrer Angst und ihr langsames Hineinwachsen in eigene Stärke sind ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Gleichzeitig lernt Cad, dass nicht jede Situation mit dem Schwert gelöst werden muss.

Ein großes Highlight ist die Gestaltung der Welt. Jede Umgebung hat ihre eigene Farbpalette, welche die jeweilige Stimmung unterstreicht, von sattem Grün in den Wäldern bis hin zu kühlen Blau und Grautönen in den Bergen. Die Zeichnungen sind detailreich, märchenhaft und voller Leben. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Arbeit und Herzblut in dieses Projekt geflossen sind.

Trotz all der Begeisterung gibt es jedoch einen deutlichen Kritikpunkt: das Ende. Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, bleiben viele Fragen offen was grundsätzlich nicht schlimm ist. Allerdings endet die Geschichte sehr abrupt. Die begonnene Quest wird kaum weitergeführt, Hinweise auf dunkle Mächte werden angerissen, aber nicht erklärt. Statt Neugier bleibt zunächst vor allem Ratlosigkeit zurück.

Ich kann es nur empfehlen!