Femizid

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katma Avatar

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Liliana, die Schwester der Autorin Cristina Rivera Garza (was für ein toller Name!) wurde während ihres Architekturstudiums in Mexiko Stadt ermordet. Der Mörder - Lilianas damaliger Ex-Freund wurde identifiziert, aber nie zur Rechenschaft gezogen. Knapp 30 Jahre nach dem Mord begibt sich nun die Autorin auf Spurensuche. Sie rekonstruiert anhand von Notizbüchern, Briefen, Interviews und sonstigen Aufzeichnungen die Lebenssituation ihrer Schwester, versucht zu verstehen und Gerechtigkeit für Liliana zu finden.

Mein Hauptkritikpunkt liegt gleich zu Anfang der Geschichte - warum beginnt die Suche erst 29 Jahre nach dem Mord? Dazu wird kein Grund angegeben. Ich habe meinen Bruder vor 7 Jahren verloren und fände es jetzt schon schwierig, mich an Einzelheiten zu erinnern, jedem muss doch klar sein, dass das nach einer 4x so langen Zeit fast unmöglich ist. Die damaligen Weggefährten von Liliana haben doch längst andere Wege eingeschlagen und die Ermittlungsakten wurden wer weiß wo archiviert. Unter diesem Gesichtspunkt - dem Zu-Spät-seins - wirkt die Geschichte auf mich unglaubwürdig.

Nichts desto trotz ist das Thema - Femizid, Gewalt gegen Frauen und Patriarchat - egal auf welchem Kontinent - ein relevantes Thema, welches auch heute noch kleingeredet wird. Es kann gar nicht oft genug beschrieben werden!