Unglaublich starkes Buch

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motto75 Avatar

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Die Leseprobe hatte mein Interesse an dem Buch geweckt. Und auch wenn diese (inhaltlich und stilistisch) nicht unbedingt repräsentativ für das Buch selbst war, hat mich das Buch absolut begeistert. Und das trotz (oder gerade auch wegen?) des eigentlich sehr schweren Stoffes - der Femizid an Liliana, der Schwester der Autorin. Dieser passierte lange bevor das Wort "Femizid" Eingang in unseren Sprachgebrauch fand und in einem Land - Mexiko - was noch sehr viel stärker von männlich dominierten und "machoistischen" Strukturen geprägt ist, als das Mitteleuropa, in dem ich lebe und aufgewachsen bin.

Und auch wenn es so klingt mag: das Buch ist nicht primär ein politisches, sondern eine Hommage, eine Liebeserklärung an die Schwester der Autorin. Entstanden aus vielen Tagebucheinträgen und Briefen von Liliana selbst, aber auch aus Erinnerungen vieler ihrer Freunde und Wegbegleiter. Besonders stark fand ich auch die letzten beiden Kapitel, in denen zum einem zum ersten Mal auch die Eltern von Liliana zu Wort kamen und in denen zum anderen die Autorin schildert wie sie über das Schwimmen die Verbindung zu ihrer Schwester hält, die ebenfalls eine begeistere Schwimmerin war. So schließt sich dann auch der Kreis zu dem Cover-Bild des Buches, das meines Erachtens völlig zu Recht den Pulitzer Preis gewonnen hat.