Zwischen persönlicher Trauer und gesellschaftlicher Anklage
„Lilianas unvergänglicher Sommer“ ist ein zutiefst persönliches Buch – und das merkt man auf jeder Seite. Cristina Rivera Garza zeichnet ein liebevolles, aber auch schmerzhaftes Porträt ihrer jüngeren Schwester, die mit nur 20 Jahren von ihrem Ex-Partner ermordet wurde. Aus der Sicht der Autorin ist diese Nähe vollkommen nachvollziehbar, schließlich geht es um einen unfassbaren Verlust, der ihr Leben geprägt hat.
Gerade diese starke Fokussierung auf die persönliche Ebene hat mich jedoch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hätte mir deutlich mehr Passagen gewünscht, die sich mit den strukturellen Problemen und Versäumnissen der Justiz auseinandersetzen – denn der Täter wurde nie verurteilt. Zwar werden die bürokratischen Hürden und das langsame, oft frustrierende Vorgehen der Behörden angesprochen, doch bleiben diese Aspekte im Vergleich zur sehr ausführlichen Erinnerung an Liliana eher im Hintergrund. Hier hätte ich mir eine stärkere Balance zwischen privater Trauerarbeit und öffentlicher Anklage gewünscht.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist die klare und präzise Sprache der Autorin. Ohne unnötige Schnörkel, aber mit poetischen Einschüben, gelingt es ihr, sowohl die Leichtigkeit von Lilianas Jugend einzufangen als auch die Schwere des Verlusts spürbar zu machen. Die Sprache wirkt dabei nie überladen, sondern ist kraftvoll in ihrer Schlichtheit.
Insgesamt ist dieses Buch vor allem ein intimer, literarischer Akt der Erinnerung und weniger ein investigatives Werk. Wer eine persönliche, bewegende Auseinandersetzung mit Verlust, Liebe und Gewalt sucht, wird hier fündig. Wer hingegen stärker auf juristische Aufarbeitung oder gesellschaftspolitische Analyse hofft, könnte etwas unbefriedigt zurückbleiben.
Gerade diese starke Fokussierung auf die persönliche Ebene hat mich jedoch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hätte mir deutlich mehr Passagen gewünscht, die sich mit den strukturellen Problemen und Versäumnissen der Justiz auseinandersetzen – denn der Täter wurde nie verurteilt. Zwar werden die bürokratischen Hürden und das langsame, oft frustrierende Vorgehen der Behörden angesprochen, doch bleiben diese Aspekte im Vergleich zur sehr ausführlichen Erinnerung an Liliana eher im Hintergrund. Hier hätte ich mir eine stärkere Balance zwischen privater Trauerarbeit und öffentlicher Anklage gewünscht.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist die klare und präzise Sprache der Autorin. Ohne unnötige Schnörkel, aber mit poetischen Einschüben, gelingt es ihr, sowohl die Leichtigkeit von Lilianas Jugend einzufangen als auch die Schwere des Verlusts spürbar zu machen. Die Sprache wirkt dabei nie überladen, sondern ist kraftvoll in ihrer Schlichtheit.
Insgesamt ist dieses Buch vor allem ein intimer, literarischer Akt der Erinnerung und weniger ein investigatives Werk. Wer eine persönliche, bewegende Auseinandersetzung mit Verlust, Liebe und Gewalt sucht, wird hier fündig. Wer hingegen stärker auf juristische Aufarbeitung oder gesellschaftspolitische Analyse hofft, könnte etwas unbefriedigt zurückbleiben.