Wenn Geheimnisse zum Schlimmsten führen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
firren Avatar

Von

Sie alle waren ein wenig schuld - doch was genau ist passiert? Ein junges Mädchen, gerade eben 18 Jahre alt ist verschwunden. Ihre Freunde sind verzweifelt und gleichzeitig verbirgt jeder von ihnen Geheimnisse, Geheimnisse, die durchaus viel mit ihrem Verschwinden zu tun haben. Aus drei Perspektiven von ihren besten Freunden Matt, Connor und Alena erfahren wir Stück für Stück kleine Puzzlestücke, wodurch das Bild um die verschwundene Jenna Stück für Stück klarer und erschütternder werden. Der Roman behandelt belastenden Themen, denn hier wurde sich nicht nur unmoralisch verhalten, es geht um mehr, um Verrat und um Straftaten, die erschütternd sind. Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen den drei Freunden. Loyalität ringt mit Misstrauen um die Vorherrschaft und die Freundschaft wirkt teilweise absolut felsenfest, um im nächsten Moment zerbrechlich wie Glas zu werden. Jeder der drei weiß etwas, was das Verschwinden in ein andere Licht rücken würde. Und genau dadurch entsteht nicht nur ein sehr spannender Thriller, sondern es werden spezifische Moralfragen gestellt und ich bin doch sehr ins Grübeln gelangen. EIn Netz aus Scham, Abhängigkeit und Schuld sorgt dafür, dass Menschen sich abwenden, Situationen beschönigen oder ignorieren. Das Buch hat eine absolute Sogwirkung, die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil eine spannungsvolle und gleichzeitig düster nachdenkliche Atmosphäre zu schaffen, die mich bis zur letzten Seite nachhallt und mit diesem Ende hatte ich nicht gerechnet, dieses wird mich noch länger beschäftigen. Eine große Leseempfehlung für alle Menschen, die Thriller lieben, die schwere Themen nicht scheuen und Charaktere mit tiefgründigen Reflexionen schätzen.