Coming-Age-Roman zwischen Filmen und Realität: 3,5⭐️
Ein Sommer in den späten 1990ern. Leonie möchte nach der Schule eigentlich sofort in die Freiheit aufbrechen. Sie hat den Traum, in Köln zu studieren und Drehbuchautorin zu werden. Filme liebt sie schon immer über alles, sie sind ihre Flucht aus der Realität:
„Mich mit einem Film im Bett zu vergraben, ist für mich kein Zeitvertreib, sondern eher ein körperliches Verlangen, wie Hunger oder Durst. Vielleicht liegt es daran, dass jeder Film einen Anfang und ein Ende hat und dass es nicht länger als hundertzwanzig Minuten braucht, um vom einen zum anderen zu gelangen. Ich halte mich an Filmen fest wie andere an Religionen, mit einer Art irrsinnigem Glauben daran, dass am Ende alles gut wird, wenigstens Sinn ergeben wird. Was es in meinem Leben allerdings bisher noch nie getan hat.“
Doch statt der Freiheit sind Streit mit der Mutter, Ferienzeit mit dem kleinen Bruder, ein Nebenjob im Café und eine Strafanzeige gegen ihren Vater angesagt. Dazu noch Liebeskummer wegen Olli, der sie erst geküsst und dann abserviert hat. Leo flüchtet oft ins „Little Hollywood“, die lokale Videothek. Dumm nur, dass dort auch Jo arbeitet, der Leo jedes Mal zwingt, „Wahrheit oder Pflicht“ mit ihm zu spielen.
Dieser Sommer wird Leonies Leben verändern. Sie muss sich entscheiden: Entweder flüchtet sie weiter in fiktive Welten oder sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und verwirklicht ihre Träume."
Inga Hankas Schreibstil und ihre Charaktere haben mir gut gefallen, auch wenn Leos Mutter für mich leider etwas blass blieb. Besonders gelungen fand ich die feinfühlige Entwicklung zwischen Leonie und Jo.
Wer die im Buch genannten Filme kennt, wird beim Lesen definitiv noch mehr Freude an der Geschichte haben.
Insgesamt ist ‚Little Hollywood‘ ein gelungener Coming-of-Age-Roman, der das Lebensgefühl der 90er-Jahre gut trifft. Ich vergebe für diesen Debütroman 3,5 von 5 Sternen.
„Ich richte mich auf.
Die Angst meiner Mutter hat mich anscheinend inspiriert, denn auf einmal weiß ich, worüber ich in meinem Aufsatz für Köln schreiben werde. Ich knipse das Licht an, gehe zu meinem Schrank und ziehe die Kiste mit den Schreibwaren heraus, in der noch ein paar leere Hefte, neue Textmarker und Klausurbögen liegen, die ich wahrscheinlich nie wieder brauchen werde. Ganz unten finde ich einen leeren Collegeblock, den ich mit an meinen Schreibtisch nehme. Ich schlage die erste Seite auf, sie riecht noch ganz frisch. Kein Blatt ist zerknickt, keine Schrift durchgedrückt. Es gibt für mich nichts, was sich so sehr nach Neubeginn anfühlt, wie ein erstes Wort auf eine erste Seite zu schreiben.“
Vielen Dank an den ecco Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
„Mich mit einem Film im Bett zu vergraben, ist für mich kein Zeitvertreib, sondern eher ein körperliches Verlangen, wie Hunger oder Durst. Vielleicht liegt es daran, dass jeder Film einen Anfang und ein Ende hat und dass es nicht länger als hundertzwanzig Minuten braucht, um vom einen zum anderen zu gelangen. Ich halte mich an Filmen fest wie andere an Religionen, mit einer Art irrsinnigem Glauben daran, dass am Ende alles gut wird, wenigstens Sinn ergeben wird. Was es in meinem Leben allerdings bisher noch nie getan hat.“
Doch statt der Freiheit sind Streit mit der Mutter, Ferienzeit mit dem kleinen Bruder, ein Nebenjob im Café und eine Strafanzeige gegen ihren Vater angesagt. Dazu noch Liebeskummer wegen Olli, der sie erst geküsst und dann abserviert hat. Leo flüchtet oft ins „Little Hollywood“, die lokale Videothek. Dumm nur, dass dort auch Jo arbeitet, der Leo jedes Mal zwingt, „Wahrheit oder Pflicht“ mit ihm zu spielen.
Dieser Sommer wird Leonies Leben verändern. Sie muss sich entscheiden: Entweder flüchtet sie weiter in fiktive Welten oder sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und verwirklicht ihre Träume."
Inga Hankas Schreibstil und ihre Charaktere haben mir gut gefallen, auch wenn Leos Mutter für mich leider etwas blass blieb. Besonders gelungen fand ich die feinfühlige Entwicklung zwischen Leonie und Jo.
Wer die im Buch genannten Filme kennt, wird beim Lesen definitiv noch mehr Freude an der Geschichte haben.
Insgesamt ist ‚Little Hollywood‘ ein gelungener Coming-of-Age-Roman, der das Lebensgefühl der 90er-Jahre gut trifft. Ich vergebe für diesen Debütroman 3,5 von 5 Sternen.
„Ich richte mich auf.
Die Angst meiner Mutter hat mich anscheinend inspiriert, denn auf einmal weiß ich, worüber ich in meinem Aufsatz für Köln schreiben werde. Ich knipse das Licht an, gehe zu meinem Schrank und ziehe die Kiste mit den Schreibwaren heraus, in der noch ein paar leere Hefte, neue Textmarker und Klausurbögen liegen, die ich wahrscheinlich nie wieder brauchen werde. Ganz unten finde ich einen leeren Collegeblock, den ich mit an meinen Schreibtisch nehme. Ich schlage die erste Seite auf, sie riecht noch ganz frisch. Kein Blatt ist zerknickt, keine Schrift durchgedrückt. Es gibt für mich nichts, was sich so sehr nach Neubeginn anfühlt, wie ein erstes Wort auf eine erste Seite zu schreiben.“
Vielen Dank an den ecco Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚