Der letzte Sommer des Jahrtausends

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regenprinz Avatar

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Was für ein toller Roman! Ich lese sehr gern Coming of Age-Geschichten und diese hier entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Dabei gibt es nichts in Leos Leben oder ihrem Alltag, das so außergewöhnlich wäre. Gerade die kleinen Details und Facetten machen Leo dann aber eben doch zu einer ganz besonderen Figur, ebenso wie ihre Mutter, ihren jüngeren Bruder Ben oder auch Jo, der in Klaas‘ Videothek jobbt, wo Leo sich regelmäßig Filme ausleiht, oft dieselben, die eine Bedeutung für sie haben.

Der Roman weckt beim Lesen Erinnerungen an diesen einen letzten Sommer nach der Schule, der vermutlich für jeden unvergesslich bleibt. Die Themen sind klar. Es geht um Ablösung und Verbundenheit, um Sehnsucht, Liebe und Freundschaft, um die Suche nach dem eigenen Platz im Leben oder überhaupt einem Sinn in dem Ganzen. Es gibt helle und dunkle Tage, Sorgen, Ängste und Selbstzweifel. Es gibt Schwimmen im See, Partys, Musik, Alkohol und Pizza und dazwischen diese leisen Momente und Gespräche, die so tiefgehen und einen mitten ins Herz treffen. Großartig an diesem Roman finde ich, wie authentisch die Figuren wirken und wie dicht man beim Lesen dran ist an jeder Empfindung.

Die Handlung fand ich jederzeit stimmig, ebenso die Entwicklung, die Leo und die Menschen um sie herum in diesem Sommer durchlaufen. Nett fand ich als Filmfan außerdem das Spiel mit den Zitaten und überhaupt die Videothek als wichtigen Handlungsort. Für Leos Wortliste, die sie statt eines Tagebuchs führt, ist Ein-Wort-Poesie absolut zutreffend.

Bis zum letzten Kapitel habe ich gebangt und gehofft und mir ein Happy End gewünscht. Ich verrate jetzt nicht, ob es eines gibt. Aber Little Hollywood ist definitiv ein Roman, den ich von vorne bis hinten geliebt habe!